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Ansteckend ausgelassen: Bodyvox bei den Tanztheatertagen

Hameln. Auch der zweite Streich war ein voller Erfolg: Bodyvox, jenes lebhaft-sympathische Ensemble aus dem US-Staat Oregon, zeigte am Donnerstagabend im gut besuchten Theater Hameln eine Ausnahme-Tanzshow. Moderner Tanz, der zum Glück weder artifiziell noch abgehoben ist, meint Julia Marre.

veröffentlicht am 08.04.2011 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

Bodyvox
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Hameln. Auch der zweite Streich war ein voller Erfolg: Bodyvox, jenes lebhaft-sympathische Ensemble aus dem US-Staat Oregon, zeigte am Donnerstagabend im gut besuchten Theater Hameln eine Ausnahme-Tanzshow. Moderner Tanz, der zum Glück weder artifiziell noch abgehoben ist, meint Julia Marre.

Ihr Programm „a thousand little cities“ erzählt in 13 Szenen – sowohl filmisch als auch tänzerisch – von Momenten, die zu schön sind, um den Namen „Alltag“ tragen zu müssen. Es sind banale Situatiönchen voller Humor und Schönheit. Täglich begegnen sie uns. Nie sind sie so bildhaft und besonnen wie hier. „Travelogue“ ist solch eine Choreografie. Sie erzählt von der Sehnsucht, woanders sein zu wollen. Über die leere Bühne stolzieren und trippeln, schleichen und huschen die acht Tänzer der Compagnie. Urplötzlich frieren sie in einer Bewegung ein. Und auf der Leinwand wird ein Foto eingeblendet: von ebendiesen Tänzern; in ebendieser Haltung; doch irgendwo am anderen Ende der Welt. Ein Tanzstillstand mitten im schnaufenden US-Straßenverkehr. Eine Momentaufnahme aus der Natur Oregons. Zu Elektroniksounds von Aphex Twin geht die Reise um die Welt – wieder und wieder.
Die Schwerkraft übers Ohr hauen Jamey Hampton und Ashley Roland, die künstlerischen Leiter der Compagnie, in „The Gallery“ – als sie selbstironisch ums nichtsnutzige Kunstwerk turnen. Den Aerobic-Gummibändern einen Zweitjob verpassen die Tänzer in „Psycho Killer“: Unzertrennlich mit dem Latexband am Knöchel verbunden, fallen und tanzen, kicken und marschieren sie. Und in der Szene „Schlumps“ watscheln sie irrwitzig über die Bühne – in übergroßen Jacken, aus denen sie kleine Häuschen zaubern.

Lesen Sie die gesamte Rezension auf der Kulturseite unserer Samstagsausgabe. Ein Bericht über die Aufführung mit dem Ballett Hagen folgt in der Montagsausgabe.

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