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„Ein Abend für Hildegard Knef“ mit Sabine Krauthäuser und „Rubingold“

Am Ende wurde sie richtig locker

HAMELN. Ein Jahr haben Sabine Krauthäuser und der Pianist Jörg Rudolf ihr Programm „Ein Abend für Hildegard Knef“ vorbereitet – nach einem ersten Testlauf im Tönebön Stift präsentierten sie es jetzt zusammen mit dem Schlagzeuger Sven Petersen im Lalu auf dem Hefehof der Öffentlichkeit.

veröffentlicht am 13.11.2017 um 14:34 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 17:30 Uhr

Mit dem Song von der „Piraten-Jenny“ lief Sabine Krauthäuser zu großer Form auf. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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„Ich will Hildegard Knef nicht imitieren“, betonte die in Hameln bestens als „Bellabina“ bekannte Sabine Krauthäuser. „Ich will Knefs Lieder wieder ans Licht holen, aber dabei doch ich selbst bleiben.“ Ein Spagat, der der Bauch- und Step-Tänzerin, Geigerin, Showgröße und Multitalent nur in Teilen gelang. Denn um nicht als „die Show-Sabine aufzutreten, die sonst dafür bekannt ist, auf der Bühne herumzuwuseln“, wie sie selbst nach der Vorstellung betonte, nahm sie sich insbesondere vor der Pause so stark zurück, dass ihr Auftritt seltsam statisch wirkte, der Funke nicht recht auf das Publikum überspringen wollte und auch der Beifall sich bis zum Endre des Abends in Grenzen hielt.

Richtig locker wurde die von ihren beiden Musikern bestens begleitete Sabine Krauthäuser erst gegen Ende der Vorstellung, als sie mit den beiden auch von der Knef hervorragend interpretierten Songs der „Piraten-Jenny“ und „Mackie Messer“ wieder stärker zu sich selbst fand und freier in ihrem Auftritt wurde. Das war es, was sie angekündigt hatte: nicht die Knef zu imitieren, sondern sie selbst zu sein, kraftvoll im Ausdruck, mit starker Körpersprache, spürbarer Lust und einem hohen Maß an Identifikation mit dem ausgewählten Programm.

Dabei hat die Künstlerin, die auch eine Musical-Ausbildung genossen hat, stimmlich alles zu bieten, was eine gelungene Knef-Interpretation verlangen kann: ein prächtiges Stimm-Volumen, in den unteren Oktaven den nötigen Samt in der Intonation und in den leiseren, lyrischen Passagen auch viel Gefühl. Wo sie aber im Forte dramatische Töne anschlägt, wirkt ihre Stimme hin und wieder etwas zu scharf. Und noch eine kritische Anmerkung sei zu der Premiere erlaubt: Vielleicht hätte Sabine Krauthäuser noch etwas mehr zu der Entstehung der Knef-Songs erzählen sollen, denn vielen Besuchern wird nicht mehr jedes Detail aus dem Leben der großen Diva gegenwärtig sein. Und viele Titel haben durchaus eine ganz eigene Geschichte, einen biografischen Hintergrund. Daran lässt sich sicherlich noch erfolgreich arbeiten.

Diana Jeske und ihre Tischnachbarin Jutta Mönnich fanden den Auftritt dennoch „gelungen“. Diana Jeske sang viele der Titel still mit und kommentierte am Ende des Abends: „Für mich war das überraschend lebendig; so hatte ich das Konzert, nach dem, was ich auf YouTube gesehen hatte, gar nicht erwartet.“ Denn auf YouTube und auch im Internet sind einige der Songs unter dem Bandnahmen „Rubingold“ zu sehen und zu hören. Auch von dem Premierenabend im Lalu soll es einen Film geben, denn das Konzert wurde komplett mit mehreren Video-Kameras aufgezeichnet.

Für die Zukunft plant das neue Trio „Rubingold“ weitere Programme. Ein Abendprogramm „Knef II“ kann Sabine Krauthäuser sich vorstellen oder auch Zusammenstellung von Liedern aus der Zeit der 30er Jahre in Hollywood.

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