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Alles andere als spektakulär

Eine eher lieblose Inszenierung, die von der Central Musical Company mit "Das Phantom der Oper" mit der Musik von Arndt Gerber in der Rattenfängerhalle präsentiert wurde und mit wenig übereugenden Projektionen arbeitet. Einzig Lisa Greslehner als Christine und die Primadonna Carlotta von Alexandra-Maria Voigt sorgten für stimmlichen Glanz. Entsprechend verhalten war auch der Applaus.

veröffentlicht am 02.02.2014 um 15:11 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

Ku
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Hameln. Es ist die über einhundert Jahre alte Geschichte des faszinierenden Mannes mit der weißen Maske. Vom Phantom, das in der Pariser Oper sein Unwesen treibt und auch vor Verbrechen nicht zurückgeschreckt. Ein Stück von unerfüllter Liebe, mit dramatischen Reizen und viel Schauer. Wie stimmungsvoll kann die Handlung doch mit Schwung, Dramatik und Spannung ins Bild gesetzt werden – auch oder eben gerade als Musical. Besser gesagt: könnte. Denn in der von der Central Musical Company aufgeführte Tragödie sind diese Voraussetzungen für eine den Zuschauer packende Präsentation offenbar ganz tief in den Katakomben der Pariser Oper liegen geblieben.
 Angekündigt als Musical der Superlative in deutscher Fassung entpuppt sich die Aufführung in der Hamelner Rattenfänger-Halle als vielleicht gerade noch mittelmäßige Darbietung. Auch, vielleicht auch gerade deshalb, weil das von Arnd Gerber (Musik) und Paul Wilhelm (Text) produzierte Musical in der Inszenierung von Manfred W. von Wildemann in starker Konkurrenz zum Webber-Stück steht, sollte doch etwas mehr zu erwarten sein. „Das Phantom – sein Schicksal“ heißt es im Programm – doch das schwere Los haben hier die rund 650 Zuschauer. Statt gespannt das Bühnengeschehen zu verfolgen, wandern bereits sehr früh die Blicke immer mal wieder auf die Armbanduhren – kein Zeichen für Kurzweil. Es mangelt ganz einfach an der nötigen Dramaturgie. Ein Spannungsbogen will nicht aufkommen, zu abgehackt und wenig flüssig wirken die Übergänge der einzelnen Bilder. Der Bezug zur vorherigen Handlung geht mehr als verloren.
 Eigentlich soll es eine Schlüsselszene sein: Der Moment, als der große Kronleuchter ins Publikum stürzt und Christine vom Phantom in dessen tief unten liegende Behausung entführt wird. Doch ob eine auf Leinwand projektierte Bebilderung ein originelles Mittel für eine fesselnde Atmosphäre ist, sei dahingestellt. Es wirkt lieblos inszeniert und fällt alles andere als spektakulär aus.
 Zumindest den weiblichen Mitgliedern des Ensembles kann man gewisse musikalische Qualitäten nicht abstreiten. Sind es doch gerade Lisa Greslehner als Christine und die Primadonna Carlotta, dargestellt von Alexandra-Maria Voigt, die mit klangreinen Darbietungen der Aufführung ihren Stempel aufdrücken. Nicht einfach bei Stücken, die keinen Ohrwurmcharakter mitbringen. Schwer hat es Hauptdarsteller Boris Becker. Als quasi mächtiges Phantom, das Opernhausdirektion und Sängerin Christine beherrscht, verkommt er in der Inszenierung eher zum Spielball seiner Gefühle zu Christine. Auf den stellenweise sehr flachen Humor sollte im Stück eher verzichtet werden. Einen TÜV, der in einer „witzigen“ Spielszene genannt wird, wird es zu Zeiten des Phantoms noch nicht gegeben haben. Falls doch, diese Inszenierung hätte wohl Schwierigkeiten gehabt, an eine der begehrten Plaketten zu kommen. Der Applaus des Hamelner Publikums fällt dementsprechend aus – brav zwar, aber sehr verhalten.



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