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Alles andere als musikalische Sparzwänge an der Staatsoper

Von Karla Langehein

Hannover. Das Niedersächsische Staatsorchester in Kammerbesetzung und der Solist in Personalunion auch Dirigent – wer da an Sparzwänge in Zeiten der Wirtschaftskrise dachte, irrte. Der berühmte böhmisch-österreichische Pianist vollzog lediglich eine alte Praxis, die öfter zu beobachten ist. Da geht es stärker noch als gewöhnlich nicht nur um äußeren, sondern vor allem um inneren Gleichklang – kurz: um ein blindes, zuverlässiges Sich-Verstehen.

veröffentlicht am 03.11.2009 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

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Dieses zu verwirklichen, gelang Buchbinder und dem Staatsorchester in Sinfoniekonzert zwar nicht immer ganz lückenlos, aber meistens. Da waren Routiniers unter sich. Rudolf Buchbinder, bekanntlich ein brillanter Techniker, benötigt den Blick auf die Tasten nicht ständig, und das Staatsorchester hätte den Intentionen des Solisten wahrscheinlich auch ohne dessen vom Klavierschemel aus gegebenen Handreichungen folgen können. Buchbinders schnörkellose, eher sachliche, zuweilen fast kühle Sicht der drei Klassiker-Konzerte erleichterte das Handwerk des Zusammenspiels ohne Dirigenten. Ob allerdings eine Gewaltenteilung nicht nur dem Solisten größere Freiräume beschert und im Orchesterpart (vor allem bei Haydn und Mozart) zu deutlich differenzierterer Feinsteuerung dynamischer Abläufe geführt hätte, sei dahingestellt.

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