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Alles andere als argentinischer Vorstadttango

Von Ernst August Wolf

Hameln. Dass mit der Produktion „Tangomania“ der Ballettcompanie Hagen lupenreines Tanztheater auf dem Programm stand, war eine Premiere. Und die erwies sich, obgleich das Theater Hameln am Samstagabend überaus schwach besucht war, als Volltreffer. Was das Hagener Ensemble in die rostrote Tango-Bar (Bühnenbild Malte Lübben) zauberte, war alles andere als argentinischer Vorstadttango im geschlitzten Kleid voll schwüler Erotik. Es war die Begegnung mit einem faszinierenden Tanz. Gekonnt mischt Choreograf Ricardo Fernando Tangoelemente mit tanztechnischen Ausdrucksmitteln des klassischen Balletts.

veröffentlicht am 09.11.2009 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

tango
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Als Ensembletanz oder im Duett, im Trio oder in begeisternden Soloeinlagen wusste die Ballettcompanie Tangogefühle und -stimmungen perfekt über die Rampe zu bringen. Höhepunkte zweifellos: die tänzerischen Monologe etwa von Noemi Martone oder Carla Silva, der stellvertretenden Ballettdirektorin und Partnerin Ricardo Fernandos. Voll Tangofeuer auch das Solo von Giulia Fabris zu „Balada para un Loco“ von Astor Piazzolla und Horacio Ferrer.
 Ausdrucksstark und umjubelt der mit entblößten Oberkörpern auf der Bar vorgetragene Tanz zwischen Mann und Mann von Leonardo Fonseca und Marcelo Moraes.
 Musikalisch bestimmt wurde der „Tangomania“-Abend durch einen Querschnitt der Geschichte der Tangomusik, der von Piazzollas „Tango Nuevo“ bis zum Elektrotango des Pariser Gotan-Projects 2000 reichte. Bemerkenswert, da selten, war auch das 22-seitige, erstklassig gestaltete, sehr informative Programmheft der Ballettcompanie.
 Die Jubelstürme, Bravorufe, mehrere Zugaben und der nicht enden wollende Applaus der leider viel zu wenigen Zuschauer waren schließlich vollauf gerechtfertigt.

 

- Weiterer Termin: „Tangomania“, den Tanzabend mit dem Ballett des Theaters Hagen, gibt es wieder am Mittwoch, 2. Dezember. um 20 Uhr.

 

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