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Hannovers Galerie Koch präsentiert Aquarelle und Zeichnungen des „Brücke“-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner

“Alle revolutionären Elemente an sich zu ziehen”

Hannover. Originalzeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner sehen – oder erwerben – zu können, das ist ein Novum für alle Freunde Expressionistischer Kunst. Die Galerie Koch macht es möglich mit dieser einzigartigen Sammlung von Aquarellen, Zeichnungen und Skizzen des Malers. Niederschriften, entstanden zwischen 1909 und 1930, in einer Phase einschneidender Umbrüche.

veröffentlicht am 24.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:21 Uhr

Ernst Ludwig Kirchner: „Dudo am Esstisch“  Foto: Gal

Autor:

Klaus Zimmer
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Künstlergemeinschaft „Brücke“ gegründet

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) wohnte nach Aschaffenburg zunächst in Chemnitz und ab 1900 in Berlin. Er war die stärkste künstlerische Kraft unter den vier Architekturstudenten, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die 1904 ihr Studium an der Technischen Hochschule in Dresden aufgaben, um sich der Malerei zuzuwenden. Und schon 1905 gründeten sie dort die Künstlergemeinschaft „Brücke”, um “alle revolutionären und gärenden Elemente an sich zu ziehen”. Das sollte der Name sagen.

Der „Brücke“-Stil entwickelte sich aus Erinnerungen an den Neo-Impressionismus und Anklängen an den Jugendstil. Die vier Künstler schockierten ihre Umwelt durch betont unbürgerliche Lebenshaltung. Nicht zuletzt auch fühlten sie sich bestätigt durch die aufrüttelnden Ideen eines Friedrich Nietzsche und die neuen Erkenntnisse im Bereiche des Unbewussten durch Sigmund Freud.

Ernst Ludwig Kirchner hat die Hektik der Stadt, mit dem modernen Licht und dem quirligen Leben auf der Straße, aufgegriffen. Sein Sensorium wurde dadurch gesteigert, dass er die Sommermonate auf der Ostseeinsel Fehmarn verbrachte und an dem alten Thema Akt und Landschaft arbeitete. Er bekannte sich zu einer Darstellungsform aus reinem Instinkt, wobei er sich nicht scheute, um des stärkeren Ausdrucks willen, in lapidarer Zeichenschrift die Gegebenheiten der Natur zu deformieren.

Die Ausstellung zeigt neben Häuserstudien und Landschaften vor allem eine intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen. Genial „hingehauene” Bleistiftzeichnungen wie „Drei Badende im Moritzburger See”, „Dudo am Esstisch”, „Straßenszene in Dresden” oder „Zwei russische Tänzerinnen”, neben Architekturstudien wie die skizzenhafte Kohlezeichnung „Häuser im Topflappenviertel” und das Aquarell „Beflaggte Häuser in Dresden”.

Krank und verzweifelt machte Kirchner selbst am 15. Juni 1938 seinem Leben ein Ende. Für die Nachwelt ist er neben dem Oeuvre Max Pechsteins das bedeutendste bleibende Zeugnis des deutschen Expressionismus.

Zu sehen: Galerie Koch, Königstraße 50, bis Ende Juni, Di.-Fr. 10-18 Uhr, Sa. 10-14 Uhr.



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