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Spielplanrevue mit Wolfgang Haendeler und Inka Voß

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HAMELN. Eine liebgewordene – wenn auch noch nicht ganz so alte Tradition: die Spielplanrevue unseres Theaters, in der die verschiedenen Abos vorgestellt werden und jede Menge Gäste, die auf die neue Saison einstimmen sollen. Schwerpunkt diesmal das Theater für Niedersachsen aus Hildesheim, das nach der Pause mit Dr. Christoph Wahlefeld und Maximilian Hagemeyer aus der Dramaturgie des Theaters auch die Moderation übernahm und für vier Stücke warb – vor allem im musikalischen Sektor. Geplauder und Insiderwissen und hinreißend gesungen von Dandra Pangl „Neue Wege“ aus dem Musical „Die Addams Family“ in der nichts so ganz normal ist – im Gegenteil, eine skurrile Grusical-Kommödie, auf die man sich freuen kann.

veröffentlicht am 30.05.2018 um 16:29 Uhr

Eine Szene aus der Spielplanrevue – die Detmolder kommen mit Opern in der Originalsprache (hier singt Simone Krampe). Foto: geb
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Autor

Richard Peter Reporter

„Die Brücken am Fluss“ – ebenfalls Familie, wenn auch ganz anders und „Millionen Meilen“ von Marysol Ximénez-Carillo und Gerald Michel vorgestellt. Und dann auch die einzige Operette im Spielplan, Paul Abrahams „Die Blume von Hawaii“ – quasi eine letzte Blüte, bevor das Musical seinen Siegeszug antrat und der Country-Sound nur zu erahnen in dieser Potpourri der Musikstile, wie es hieß. Meike Hartmann und Peter Kubik – am Abend zuvor noch in „Mahagonny“ auf der Bühne – die sich mehrfach „die Welt zu Füßen legen“ und die Hartmann mit der Arie „In meinen weißen Armen“, die in der laufenden Saison schon als Anne Frank im TAB (Theater auf der Bühne) zu bewundern war.

Angekündigt auch Brittens letzte Oper „Tod in Venedig“, in der das Mahler-Adagio vermutlich nicht vorkommen wird. Alle Stücke von Kathryn Bolitho auf dem Flügel begleitet.

Eröffnet wurde der Show-Reigen von Gilla Cremer mit „#Freundschaft“ mit Gerd Bellmann am Flügel und auch stimmlich sonor beteiligt. Hinreißend – einfach gekonnt, witzig und ein bisschen philosophisch und ziemlich realistisch beobachtet: „Wer die Zähne verliert, verliert die Freunde“.

Und ein 50. Geburtstag, der schon im Vorfeld chaotisch verläuft – aber musikalisch mit „Ein Freund, ein guter Freund“ versöhnt. Nach Freitags- und Sonntags-Abo – und schön, dass Detmold jetzt mit Opern in der Originalsprache – mit deutschen Texten übertitelt – originalen Hörgenuss vermittelt und Simone Krampe mit der „Juwelenarie“ aus Gounods „Margarethe“– bei uns schlicht „Faust“ – als Gretchen einsprang und vor Kurzem als Stasi in der „Csárdásfürstin“ begeisterte.

Auf das Mittwochs-Abo folgten mit Tim Lee und Michael Meyer von der „bremer shakespeare commpany“ Ausschnitte aus ihrem neuen Stück „Call me Bob Dylan, please...“ – und irgendwie wurde man den Verdacht nicht los, dass sie ihre „Nummer“ erst auf der Bahnfahrt von Bremen nach Hameln probten.

Das war – milde formuliert – alles andere als Werbung und die Nobelpreis-Szene, was man eine Nullnummer nennen könnte.

Und der „Homer unserer Zeit“ nicht zimperlich: „Every- body must get stoned“ – womit nicht zwingend das Tütchen gemeint ist, auch wenn es vielleicht hilfreich gewesen wäre.

Folgte das „Junge Abo“ – dringend empfohlen „Die Zauberflöte“ mit Countertenor – das „Shakespeare-Paket“, schön, dass es das gibt - und schließlich das Tanztheater, erstmals mit der „Zehn“ zweistellig, das diesmal mit einem „Community Dance Project“ wirbt und auf rund 60 bis 80 Hamelner Bürger zählt, die da mitmachen. Dann, klar doch, das Konzert-Abo, diesmal mit eher kleinen Formationen. Abschluss mit „Nagelritz“, der nach dem großen Erfolg auf der Pluto auch diesmal wieder mit seiner „3 Seemeilenkapelle“ auftritt, die allemal aus Nagelritz besteht.

Und am Ausgang die grün-blauen Kultur-Beutel mit dem Jahresprogramm, umfangreicher und mit Bildern nicht mehr im Briefmarken-Format, das über die Abos hinaus noch viel Theater bietet.



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