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Tim Storys vorhersehbare Liebeskomödie „Denk wie ein Mann“

Abendfüllender Werbeclip

Die Liebe ist manchmal kompliziert, und in seiner Not hat sicher schon so mancher zu einem Ratgeber gegriffen. Flott geschrieben erwecken solche Bücher den Eindruck, dass es mit dem anderen Geschlecht schon klappen werde, wenn man nur alles genau befolge. Weit gefehlt, und die Aufregung, die in diesem Episodenfilm das intensive Studium des authentischen, 2009 erschienenen Bestsellers „Act Like a Lady, Think Like a Man“ von Steve Harvey auslöst, ist denn auch eher künstlich.

veröffentlicht am 29.08.2012 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 22:41 Uhr

Autor:

Michael Ranze
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Dass die vier weiblichen Hauptfiguren dieses Films besagte Buch ernst nehmen, ist eine unglaubwürdige und naive Prämisse, ebenso, dass die Männer dasselbe tun, um mit dem Wissen um die Strategie der Frauen zum Gegenschlag auszuholen.

Was eine wunderbare Satire auf Sex-Ratgeber und Beziehungsnöte hätte werden können, wird unter der Regie von Tim Story zum abendfüllenden Werbeclip für Steve Harvey und sein Buch. In einer Nebenrolle blättert er gelegentlich sogar darin und spricht den Zuschauer direkt an. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Die Story kratzt nur anspruchslos an der Oberfläche. Nie gewinnen die Stereotypen, die er bewusst geschaffen hat, an Profil, nie wecken die Figuren und ihre Probleme Interesse. Damit nicht genug: Die klischeehaft umrissenen Geschlechterrollen werden nicht kritisch hinterfragt, sondern nur bestätigt. So plätschern die einzelnen Episoden ohne Wortwitz, ohne Widerhaken vor sich hin – bis zum vorhersehbaren und darum unerträglichen Happy End. Ein bisschen funktioniert der Film wie jene Ratgeber: oberflächlich, nett anzuschauen, leicht konsumierbar. Und sehr folgenlos.

„Denk wie ein Mann“ läuft ab heute auch in Hameln – siehe Kinoprogramm.



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