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Martin Lücker bei den Fischbecker Orgeltagen

Überragende Interpretationen

Fischbeck. „Le Magnificat ou Cantique de la Vierge suivant les huit tons de l’Eglise“ – Magnificat oder Gesang der Jungfrau, den acht Kirchentonarten folgend. So überschrieb Jehan Titelouze, Kantor und Organist der Kirchen von Rouen, sein Werk. 1626 ließ er es in Paris „avec privilège du Roi“ drucken. Mit dem sechsten dieser Stücke begann Professor Martin Lücker nun sein Programm in der Fischbecker Stiftskirche. Es trug den schlichten Titel „Barockmusik“ und durchmaß mit repräsentativen Werken von Titelouze über Sweelinck, Buxtehude und Böhm bis hin zu Johann Sebastian Bach die stilistische Entwicklung der gesamten Epoche.

veröffentlicht am 24.08.2011 um 14:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:41 Uhr

Autor:

Karla Langehein
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Wobei Jehan Titelouze und Jan Pieterson Sweelinck, beide Jahrgang 1562, zwar noch deutlich in der Renaissance wurzeln, Sweelinck sich aber schon ausgeprägter im Barockstil bewegte. Mit der Echofantasie in a-moll, einer von seinen fünf Kompositionen dieser Form, greift er das in dieser Zeit auch vokal und architektonisch beliebte Spiel mit Echowirkungen satztechnisch virtuos und mit auch heute noch gültigem Witz auf.

Diesem musikalischen Spaß einerseits und der dazu konträren frommen Strenge des Titelouze-Magnificats verlieh Martin Lücker in bestechend schlichten, die Sätze voneinander abhebenden Registrierungen Glanz und Charme. Auch in den folgenden Programmpunkten blieb Lücker bei diesen von Absatz zu Absatz variantenreich wechselnden, innerhalb der Sätze aber eher flächig angelegten Klangfarben. Im Zusammenhang mit dem Gleichmaß der jeweiligen Tempi wurden die formalen Strukturen der Kompositionen samt ihrer kunstvollen Stimmführungen deutlich erkennbar – aufregend und beruhigend gleichermaßen.

Herausragend im Orgelkonzert am Montagabend: die zweite Fassung von Georg Böhms Orgelchoral „Vater unser im Himmelreich“ und die entsprechende Choralbearbeitung von Johann Sebastian Bach. Mächtig dann der Abschluss mit Bachs Fantasie und Fuge g-moll BWV 642 – und nicht zuletzt die Begegnung mit diesem außergewöhnlichen Musiker.



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