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„Stille Auktion“ mit Arbeiten von Hans Kotz im Museum

Ölgemälde für daheim

HAMELN. Das Hamelner Museum bietet in einer „stillen Auktion“ Werke des Hamelner Künsters Hans Kotz an. Auf einem Faltblatt können bereits jetzt Angebote abgegeben werden – Mindestgebot 10 Euro – , die allerdings überboten werden können. Am 18. Oktober, 17 Uhr, werden die Arbeiten im Museum versteigert.

veröffentlicht am 16.10.2018 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 16.10.2018 um 20:10 Uhr

Die See ist immer wieder Thema seiner Bilder: Werke von Hans Kotz können im Museum Hameln ersteigert werden. Foto: Kotz/Wal
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Autor

Richard Peter Reporter

Liebenswert, skurril – ein malender Autodidakt der Vielfalt. Wie sein ganzes Leben, das ihn nach Jahren in Japan 1948 nach Hameln führte, wo er seine zweite Heimat fand. Und mit „Abstich von Flammenofen 5“ ein kleines Meisterwerk aus seiner Arbeitswelt schuf, als er noch in den Concordia-Werken als Schmelzer arbeitete. Nach einer lebensbedrohenden Rippenverletzung fand er im Stahlwerk Siebeck – Nachfolger von Concordia – eine Anstellung. In der Dewezet hieß es über den Künstler, als sein bekannt gewordenes Bild gezeigt wurde: „Tagsüber Pförtner – abends Maler.“

Seit seinem vierten Lebensjahr – Hans Kotz wurde 1914 in Groß Tychow in Pommern als fünftes von sechs Kindern in eine Familie von Landwirten geboren – malte er. Aus Strichmännchen wurden Porträts, bewegte Seebilder, Idyllen. Als dem Hamelner Museumschef Stefan Daberkow Bilder des Hobbykünstlers, der 2004 verstorben ist, angeboten wurden, erkannte er neben den heimatgebundenen Aspekten auch die vielen reizvollen Zeitbezüge vieler Arbeiten von Hans Kotz. So übernahm er eine Reihe von Gemälden aus unterschiedlichen Schaffensphasen für das Hamelner Museum und erklärte sich bereit, eine Auswahl von 43 Werken aus dem Nachlass zu einer Versteigerung, einer sogenannten „Stillen Auktion“, anzunehmen, die jetzt im Museum vorab zu besichtigen sind.

Unter den zur Versteigerung stehenden Bildern ist auch ein besonderes Selbstporträt des Künstlers mit Palette und Pinseln – ein eher untypisches Sujet in elegantem Anzug und Krawatte. Sozusagen „Bohème“, von Bürgerlichkeit abgelöst. Eine Reihe von Seebildern – darunter ein leckgeschlagenes Kriegsschiff und zehn Seeleute im Rettungsboot, womit Kotz ein tragisches Erlebnis festhielt. In sturmbewegter See ein junger Mann mit Seesack und Fotografie wie ein Traumbild gestaltet. Lange Zeit als Heizer auf See, landete er als Maler auf den oberen Decks, wo er die Mannschaft porträtierte.

Foto: Kotz/wal
  • Foto: Kotz/wal
Foto: Kotz/wal
  • Foto: Kotz/wal
Foto: Kotz/wal
  • Foto: Kotz/wal

Immer wieder, neben kleinformatigen Bildern, auch voluminöse Gemälde wie ein Wasserfall im alpinen Ambiente. Viele Tierbilder, Blumen und Pferdeköpfe, die er für seine Tochter Isolde malte. Dazu Kopien berühmter Sujets, wie ein Kandinsky, dazu Akte, ein weiteres Selbstporträt mit Bart, prägnanter Brille, Hut, Schal und Mantel. Bilder höchst unterschiedlicher Qualität, die eines vereint: die Liebe und Leidenschaft, mit der sie gemalt wurden.



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