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Kandinsky und Klee

Saniertes Meisterhaus wiedereröffnet

Dessau-Roßlau (dpa) - Nach dreijähriger Bauzeit erstrahlt das Meisterhaus von Wassily Kandinsky und Paul Klee in Dessau-Roßlau in neuem Glanz. Die in Sachsen-Anhalt befindliche Bauhausstätte sei für rund 1,5 Millionen Euro saniert worden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Medienagentur aus Berlin.

veröffentlicht am 17.04.2019 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 18.04.2019 um 13:53 Uhr

Nach dreijähriger Bauzeit erstrahlt das Meisterhaus in neuem Glanz. Foto: Hendrik Schmidt

Am Mittwoch wurde das von Bauhausgründer Walter Gropius 1926 gebaute Doppelhaus mit einem Rahmenprogramm wiederöffnet. Das Meisterhaus der beiden Maler wurde zuletzt vor knapp 20 Jahren instandgesetzt. Zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen haben den Angaben zufolge ihre Spuren an dem Gebäude hinterlassen und eine Sanierung erforderlich gemacht.

Das Doppelhaus gehöre zu einer der größten baukünstlerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts, sagte Bauherr und Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, Philip Kurz, in Dessau-Roßlau. Der Aufwand für die Erneuerung von Außenfassade, Dach, Innenräumen und Terrassen sei enorm gewesen. Mehr als 100 Farben und Oberflächen seien mit modernsten Methoden rekonstruiert worden. Das Ziel der Restauratoren und Wissenschaftler war, das Haus seiner Bedeutung gemäß als Denkmal zu erhalten. Daher sei etwa die im Laufe der Jahre verloren gegangene Badausstattung nicht mit neuen Möbeln ersetzt worden. Künftig könnten sich Besucher mit Hilfe von Filmen und Apps über die Geschichte und Bedeutung des Hauses informieren, sagte Kurz.

Das von außen weiß gestrichene, aber innen farbenfrohe Doppelhaus ist Teil des Meisterhaus-Ensembles und gehört gemeinsam mit den anderen Meisterhäusern seit 1996 zur Unesco-Welterbestätte Bauhaus. Als das Bauhaus 1925 von Weimar nach Dessau übersiedelte, beauftragte die Stadt Dessau Walter Gropius mit dem Bau von drei baugleichen Doppelhäusern für die Bauhausmeister sowie eines Einzelhauses für den Direktor selbst. Die Gebäude wurden in einem Kiefernwäldchen errichtet. Die sogenannte Meisterhaussiedlung avancierte zum Inbegriff einer Künstlerkolonie des 20. Jahrhunderts. Die Bauhauslehrer Kandinsky (1866-1944) und Klee (1879-1940) arbeiten und lebten mit ihren Familien in dem Doppelhaus.

Das Bauhaus wurde vor 100 Jahren im thüringischen Weimar gegründet. 1925 verließ das Bauhaus Weimar wegen politischen Drucks von rechts Richtung Dessau. Auch dort blieb die Einrichtung nicht lange: Sie zog nach Berlin, wo die Nationalsozialisten das Bauhaus 1933 schlossen. Die neuartige Schule für Design, Kunst und Architektur machte sich weltweit einen Namen. Die Instandsetzung des Meisterhauses von Kandinsky und Klee erfolgte über das Denkmalprogramm der Wüstenrot Stiftung.



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