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«DAU Freiheit»

Kunstfreiheit - Prominente für Berliner Mauer-Projekt

Berlin (dpa) - Das umstrittene Kunstprojekt «DAU Freiheit» mit dem Wiederaufbau einer Mauer in Berlin erhält prominente Unterstützung. In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem die Schauspieler Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres für die Pläne aus.

veröffentlicht am 16.09.2018 um 16:33 Uhr
aktualisiert am 18.09.2018 um 07:21 Uhr

Das umstrittene Kunstprojekt mit dem Wiederaufbau einer Mauer in Berlin erhält Unterstützung von Prominenten. Foto: Jörg Carstensen

Auch die Regisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky haben die der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Resolution unterzeichnet.

Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Besucher können «Visa» kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben, wie die Veranstalter ankündigten. Kern des Kunstprojektes ist ein Film des Regisseurs über den sowjetischen Physiker und Nobelpreisträger Lew Dawidowitsch Landau (1908-1968). «Dau» steht dabei kurz für Landau.

Das Kunstprojekt samt Sperrungen, die genehmigt werden müssen, wird sehr kontrovers diskutiert. Kulturschaffende erinnert das mittlerweile an eine Berliner Provinzposse zwischen Kunstfreiheit und Hetzkampagne. «Eine Stadt, die gefühlt jede zweite Woche für irgendein Event teilweise abgesperrt wird, wird auch das Dau-Projekt verkraften», teilte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, am Sonntag mit. «Also, einfach mal machen!» Nur wenn Kunst eine Chance habe zu entstehen, könne sie auch beurteilt werden.

«Dieses Projekt DAU, das alle, die sich näher damit beschäftigt haben, neugierig und aufgeregt macht, wollen wir sehen und zwar in Berlin», heißt es auch in der Erklärung der Schauspieler und Kulturschaffenden. Die Mauer sei in diesem Kunstprojekt ein Symbol, keine platte Nachahmung. «Es geht um ästhetische Ausdrucksformen für die Durchdringung und Verarbeitung der individuellen und gesellschaftlichen Erfahrung des Totalitarismus.» Und der sei keineswegs Vergangenheit, sondern eine reale gegenwärtige Gefahr, «die vielleicht in jedem Einzelnen lauert».



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