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Dystopie

«Endland» uraufgeführt: Wo Flüchtlinge «Invasoren» heißen

Hannover (dpa) - Es ist eine düstere Zukunftsvision und ein Gedankenspiel. Bei der Uraufführung des Theaterstücks «Endland» hat das Schauspiel Hannover die Frage gestellt: Was wäre, wenn wieder eine rechtsnationale Partei Deutschland regierte?

veröffentlicht am 10.11.2018 um 13:11 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 14:11 Uhr

Sithembile Menck (l) und Sebastian Weiss stellen in dem Theaterstück «Endland» Fana und Anton dar. Das Schauspiel wirft die Frage auf, was wäre, wenn wieder eine rechtsnationale Partei Deutschland regierte? Foto: Isabel Machado Rios/Staatstheater Han

Für das Buch recherchierte Autor Martin Schäuble in rechten Milieus, studierte das Programm der AfD und besuchte Wahlveranstaltungen der Partei. «Es war mir ganz wichtig, diese Sprache zu treffen», sagte er.

An der deutschen Grenze gilt ein Schießbefehl, Flüchtlinge werden als «Invasoren» bekämpft: In dem 2017 erschienenen Roman setzt eine rechtsnationale Partei ihr Verständnis von Ordnung um. Im Mittelpunkt stehen ein von der rechten Regierung begeisterter junger Soldat, Anton (Sebastian Weiss), der die Grenzmauer bewacht, dessen bester Freund Noah (Maximilian Grünewald) sowie Fana (Sithembile Menck), die nach ihrer Flucht aus Äthiopien Anton in einem Lager kennenlernt.

Vor dem Erscheinen des Romans lieferten die Ermittlungen gegen den Oberstleutnant Franco A. einen Subtext: Anfang 2017 wurde A. festgenommen, weil er aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus Anschläge geplant haben soll. Er hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben. In «Endland» bekommt Anton den Auftrag, getarnt als ukrainischer Asylbewerber eine Bombe hochgehen zu lassen, um die Stimmung gegen Migranten weiter anzuheizen. «Die Thematik ist wegen ihrer Aktualität total spannend», sagte Regisseur Paul Schwesig. «Theater hat auch den Auftrag, die Leute aufzuwecken.»



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