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Alaaf und Helau!

Buntes Treiben im grauen November: Es ist Karnevalszeit

Köln/Düsseldorf (dpa) - Tausende Jecke haben in den deutschen Karnevalshochburgen am Samstag um 11 Uhr 11 die närrische Jahreszeit begrüßt. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich die Narren etwa in Köln und Düsseldorf trotz Nieselregens versammelt, um sich auf die Karnevalssession einzustimmen.

veröffentlicht am 11.11.2017 um 13:49 Uhr
aktualisiert am 12.11.2017 um 16:51 Uhr

Mit Baustellenhütchen verkleidete Karnevalisten feiern trotz des schlechten Wetters. Foto: Roland Weihrauch

Da der 11.11. in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, waren laut Polizei mehr feierwütige Jecken auf den Beinen als in den vergangenen Jahren.

Die Lage in Köln beurteilte die Polizei kurz nach der Sessionseröffnung als entspannt: «Tausende Narren strömen in die Innenstadt, die friedlich feiern wollen», sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bis Samstagmittag mussten laut Polizei nur vereinzelt Personen in Gewahrsam genommen werden. «Denn auch beim Pöbeln verstehen wir keinen Spaß.»

Hannah und Lara (beide 21) aus Leverkusen waren schon seit sieben Uhr morgens - als Tequilaflaschen verkleidet - in Köln unterwegs: «Wir finden es super, dass der 11.11. endlich mal an einem Samstag ist. Sonst mussten wir immer arbeiten. Wir denken, dass heute noch richtig Stimmung aufkommt.»

Marisa (25) aus den USA feierte zum ersten Mal Karneval. Erst seit acht Wochen lebe sie in der Domstadt und freue sich deshalb ganz besonders auf den Tag: «Meine Freunde haben mir erzählt, dass es bei den Karnevalsliedern um Gemeinschaft und Freundschaft geht. Ich freue mich schon sehr darauf, das zu erleben.» Gemeinsam mit einem Bekannten habe sie sich ihr Taucher-Kostüm gebastelt.

In Düsseldorf erwachte der Traditionsschelm Hoppeditz und hielt eine bissige Spottrede. Hier heißt der Karnevalsslogan diesmal: «Jeck erst recht». Der Erzschelm machte sich über Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und andere Politiker des Düsseldorfer Stadtrats her, die sich seit Monaten über die Kosten des Starts der Tour de France in Düsseldorf streiten.

In Köln empfing Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Kölner Dreigestirn, um den Sessionsvertrag zu unterzeichnen. Anschließend wurde gemäß dem diesjährigen Motto «Mer Kölsche danze us der Reih» («Wir Kölner tanzen aus der Reihe») ausgelassen in der Kölner Innenstadt gefeiert.

Mit dem Narhallamarsch und goldenem Konfetti feierten die Mainzer Narren den Start in die Fastnacht. Viele bunt kostümierte Menschen versammelten sich bei schlechtem Wetter auf dem prall gefüllten Schillerplatz. Der Präsident des Mainzer Carneval-Verein (MCV), Reinhard Urban, begrüßte die Gäste mit einem «dreifach donnernden Helau». Das Motto der Fastnacht unter den vierfach bunten Fahnen in Rot, Weiß, Blau und Gelb heißt in diesem Jahr: «So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt».

Aber auch abseits der bekannten Karnevalshochburgen wurde gefeiert - etwa in Mecklenburg Vorpommern kam Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) kam am arbeitsfreien Samstag zur symbolischen Schlüsselübergabe auf den Marktplatz vor dem Rathaus, um die Herrschaft an die Narren zu Übergeben. Im strömenden Regen wurde ein Programm mit Tanz und Musik geboten.

Auch die «Rostocker Seehunde» stiegen am Morgen zum Auftakt der fünften Jahreszeit in die Ostsee. Einige der rund 35 Badenden trugen gestreifte Badeanzüge, altmodische Badekappen und lustige Hüte.

Der Höhepunkt des Karnevals ist in jeder Session der Rosenmontag mit seinen zahlreichen Umzügen. Die närrische Jahreszeit dauert 2018 bis zum 14. Februar. An dem Tag ist Aschermittwoch und die Narren müssen sich rund neun Monate gedulden, bis die fünfte Jahreszeit erneut beginnt.

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