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Jetzt aber schnell: Was Steuerzahler bis 31. Dezember erledigen sollten, um eine Menge Geld zu sparen

Mit diesen Tipps sparen Sie bares Geld

Zum Jahresende kann es hektisch werden. Gemeint ist aber nicht der Einkaufsstress vor Weihnachten. Stattdessen gilt es bis Ende Dezember Freibeträge auszuschöpfen, Belege zu sammeln oder Bescheinigungen zu bestellen. Das kann eine Menge Geld sparen.

veröffentlicht am 18.11.2017 um 10:00 Uhr

Wer bis zum Jahresende die richtigen Bescheinigungen bestellt oder Ausgaben bündelt, kann unter Umständen Steuern sparen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Autor:

Falk Zielke

Der Countdown läuft: Nicht mehr lange, und das neue Jahr beginnt. Bis dahin können Steuerzahler noch einiges für ihren Geldbeutel tun. Wer bis zum 31. Dezember seine Unterlagen ordnet, die richtigen Bescheinigungen besorgt und wichtige Anträge stellt, kann Geld sparen. Sieben Tipps im Überblick:


Ausgaben vorverlegen: Wer absehen kann, dass er 2018 niedrigere Einkünfte hat, kann Ausgaben vorziehen. Dies kann sinnvoll sein, wenn Steuerzahler zu Beginn des Jahres 2018 in Rente gehen oder die Elternzeit ansteht, erklärt der Bund der Steuerzahler in Berlin.

Wird 2018 keine oder nur noch wenig Einkommensteuer gezahlt, können die Ausgaben unter Umständen nicht mehr steuermindernd genutzt werden. Wer aber entsprechende Ausgaben ins Jahr 2017 vorzieht, kann diese noch bei der Steuererklärung 2017 ansetzen und so die Steuerlast drücken. Infrage kommen zum Beispiel Werbungskosten.

Barzahlungen für Handwerkerleistungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Steuerzahler müssen eine Rechnung und auf Nachfrage einen Beleg für die Überweisung vorweisen können. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
  • Barzahlungen für Handwerkerleistungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Steuerzahler müssen eine Rechnung und auf Nachfrage einen Beleg für die Überweisung vorweisen können. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn


Zulagen für die Riester-Rente sichern: Riester-Sparer bekommen staatliche Zulagen, allerdings nur auf Antrag. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund hin. Bis zu zwei Jahre rückwirkend kann ein Antrag beim Anbieter des Riester-Vertrags eingereicht werden. Danach verfällt der Anspruch. Die Zulagen für das Jahr 2015 können also noch bis zum 31. Dezember 2017 gesichert werden.


Heiraten bis zum 31. Dezember: Wer bald das Ja-Wort vor dem Standesamt plant, kann dies auch noch bis Jahresende erledigen.

Das kann sich lohnen, weil frisch Verheiratete in ihrer Steuererklärung für das Jahr 2017 das Ehegattensplitting beantragen können.

Haben die Eheleute unterschiedlich hohe Einkünfte, kann es zu einer Steuererstattung kommen, erklärt der Steuerzahlerbund. Wer 2018 zum Standesamt geht, bekommt das Splitting dann auch erst für 2018.
Lohnsteuerklassen überprüfen: Wer schon länger verheiratet ist, sollte zum Jahreswechsel überprüfen, ob die Lohnsteuerklassen noch optimal passen.

Verändert sich im kommenden Jahr zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung das Verhältnis der Einnahmen, kann der Wechsel in eine andere Steuerklassenkombination sinnvoll sein.


Kindergeldanträge stellen: Ab 2018 wird das Kindergeld nur noch rückwirkend für sechs Monate ausgezahlt, erklärt der Steuerzahlerbund. Bisher konnte es nachträglich für maximal vier Jahre zur Auszahlung kommen. Die Neuregelung gilt für alle Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen.

Eltern sollten also vor dem Jahreswechsel prüfen, ob sie rückwirkend Anspruch auf Kindergeld haben. Dies kann beispielsweise bei volljährigen Kindern bis zum 25. Lebensjahr der Fall sein, wenn diese ein Studium oder eine Ausbildung aufgenommen hatten und ihre Eltern für diesen Zeitraum bisher kein Kindergeld geltend gemacht haben.


Frist für Steuererklärung verlängern: Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist und die Unterlagen bisher noch nicht eingereicht hat, kann die Abgabefrist verlängern. Der Trick: Wer einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, kann die Erklärung für das Jahr 2016 bis spätestens 31. Dezember 2017 abgeben. Darauf macht die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) aufmerksam. Bei Überschreiten der Abgabefrist können Verspätungszuschläge festgesetzt werden.


Verluste bescheinigen lassen: Anleger können sich von den Banken die Verluste bescheinigen lassen. Sinnvoll ist dies für alle, die bei verschiedenen Banken Depots unterhalten. So können Verluste aus einem Depot in der Einkommensteuererklärung mit Einnahmen aus anderen Depots verrechnet werden.

Die Verlustbescheinigung muss spätestens bis zum 15. Dezember 2017 beantragt werden, erklärt der Steuerzahlerbund. Verpasst der Anleger die Frist, gehen die Verluste nicht verloren. Sie werden von der depotführenden Bank automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet.

Winterdienst und Putzhilfe: Wie das Finanzamt im Haushalt hilft

Nicht jeder kann oder will Schnee schippen und bei Glatteis streuen – und das auch noch mehrmals am Tag. Aber es gibt ja Studenten, Nebenjobber oder professionelle Anbieter, die für einen den Winterdienst verrichten – gegen Entgelt natürlich. Das Gute: Die Kosten hierfür kann man gegenüber dem Finanzamt geltend machen.

Wer Dritte im Umfeld von Haus und Garten beschäftigt, kann dies in seiner Steuererklärung auf Seite drei des Mantelbogens angeben. „Die Beträge werden von der Steuerschuld, nicht vom zu versteuernden Einkommen abgezogen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler Deutschland in Berlin. Möglich ist laut Klocke ein Abzug von bis zu 5710 Euro pro Jahr für Haushaltshilfen, Minijobber oder Handwerker.

Als haushaltsnahe Dienstleistungen gelten zum Beispiel Wohnungsreinigung, Gartenpflege sowie Betreuung und Versorgung von Pflegebedürftigen. Nicht dazu zählen Klocke zufolge etwa die Erteilung von Sprachunterricht oder Freizeitbetätigungen.

„Es zählen Lohn- und Arbeitskosten sowie Maschinen- und Fahrtkosten, ebenso Kosten für Reinigungs- und Schmiermittel sowie Streugut“, erklärt Markus Fischer von der Stiftung Warentest in Berlin.

Generell gilt, dass 20 Prozent der Arbeitskosten steuerlich abgesetzt werden können. Arbeitet im Haushalt ein Minijobber, der kocht, putzt oder bügelt, dann lassen sich bis zu 510 Euro im Jahr geltend machen. Voraussetzung: Der Minijobber ist bei der Minijobzentrale angemeldet. „Die steuerliche Höchstgrenze für Minijobber liegt bei 2550 Euro im Jahr, 20 Prozent davon sind 510 Euro“, erläutert Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Wer eine Voll- oder Teilzeitkraft für seinen Haushalt engagiert hat und für sie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung entrichtet, kann 20 Prozent der Aufwendungen in der Steuererklärung geltend machen. Die Höchstgrenze liegt bei 20 000 Euro, man kann also bis zu 4000 Euro von der Steuerschuld abziehen.

Handwerkerarbeiten, zu denen auch Wartungsarbeiten zählen, erkennt der Fiskus mit maximal 1200 Euro pro Jahr an. Diese Summe entspreche 20 Prozent von 6000 Euro Gesamtausgaben für Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten, rechnet Fischer vor. Verbraucher sollten unbedingt darauf achten, dass der Handwerker auf der Rechnung die Lohn- und Fahrtkosten getrennt von den Materialkosten ausweist. Denn nur für Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten gibt es Steuerabzug. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Das Finanzamt will datierte Rechnungen sehen. Auf ihnen muss auch erkennbar sein, dass die Leistungen im Haushalt vorgenommen wurden. Wurde zum Beispiel die Waschmaschine zu Hause abgeholt und in der Werkstatt repariert, dann gibt es keinen Abzug.

Ein steuerlicher Abzug kommt nicht in Frage, wenn es sich um Beschäftigungsverhältnisse mit nahen Angehörigen handelt, etwa zwischen Eltern und im Haushalt lebenden Kindern. Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse mit Angehörigen, die nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen leben, werden anerkannt. Voraussetzung: Die Verträge sind wie unter Fremden wirksam zustande gekommen und die vereinbarten Leistungen wurden auch tatsächlich erbracht.

Auch Mieter können Handwerkerarbeiten in ihrer Steuererklärung geltend machen – zum Beispiel, wenn sie auf ihre Rechnung Wände streichen oder andere Schönheitsreparaturen ausführen lassen. Mieter sollten ihre jährliche Nebenkostenabrechnung im Blick haben. So können sie ihre Anteile an den Kosten für den Hausmeister, die Treppenhausreinigung, die Fahrstuhlwartung, die Gartenarbeit und den Schornsteinfeger in ihrer Steuererklärung angeben.

Generell gilt: Haushaltsnahe Dienstleistungen können nur dann abgesetzt werden, wenn der Verbraucher Einkommensteuer bezahlt hat, wie der Bundesfinanzhof (Az.: VI R 44/08) entschieden hat. Ein Jahr rückwirkend oder im Voraus könnten sie nicht berücksichtigt werden.

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