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Wohnungssuche erfolgreich

24-jähriger Syrer kann Asylheim verlassen

veröffentlicht am 05.06.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

von Jakob Gokl

Rinteln. Eingeschüchtert, bedroht und zur Flucht gezwungen. Fadi I. (Name von der Redaktion geändert) ist einer von 36 Syrern, die seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Schaumburg Asyl fanden. In unserem Bericht Mitte Mai erzählte der 24-Jährige, wie eines Tages drei muslimische Männer in sein Kleidungsgeschäft kamen und ihn aufforderten, das Gebiet zu verlassen. Er sei Christ, alle anderen in der Gegend aber Muslime. Nach einem Bombenanschlag in Aleppo, bei dem 28 Christen starben, fasste Fadi schließlich den Entschluss, seine Heimat zu verlassen. Im Frühjahr 2012 machte er sich auf den Weg nach Europa. Im Juni des gleichen Jahres erreichte er das Grenzdurchgangslager in Friedland, seit August lebt er nun in einem Asylheim in Rinteln.

Dort versuchte er gemeinsam mit Norbert Rose, der als Sozialarbeiter für die Flüchtlinge zuständig ist, seit einiger Zeit eine eigene Wohnung zu finden. Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen ist vom Landkreis Schaumburg gewollt. Dadurch soll die Integration der Asylbewerber gefördert werden. In unserem Artikel erzählte er, wie wichtig eine eigene Wohnung auch für seinen Lernerfolg wäre.

Die Suche konnte nun zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden. Zwar befindet Fadi sich momentan noch im Wohnheim, doch das sollte sich in den kommenden Tagen ändern. Eine direkte Rolle bei der erfolgreichen Suche habe unser Bericht über seinen Fall zwar nicht gespielt, erklärt Rose, doch ganz wirkungslos blieb er auch nicht. Denn im Anschluss daran habe sich bei ihm eine Vermieterin aus Bückeburg gemeldet, die Fadi eine Wohnung anbieten wollte.

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Doch da dieser gerade in Rinteln einen Integrationskurs bei der Bildungsvereinigung „Arbeit & Leben“ besucht, war es ihm nicht möglich, auf das Angebot einzugehen. Denn in Bückeburg gebe es kein vergleichbares Angebot, erklärt Rose. Dieser Kurs sei für Fadi aber wichtig, da er dort nicht nur seine bereits erstaunlich guten Deutschkenntnisse verbessern könne, sondern mit einem erfolgreichen Abschneiden bei dem Abschlusstest, auch seine Chancen auf einen Arbeitsplatz in Deutschland erhöht.

Um in Deutschland arbeiten zu dürfen, braucht er dann zwar noch immer die Erlaubnis der Arbeitsagentur, doch Rose ist zuversichtlich, dass der Syrer diese auch bekommen würde. Fadi möchte dann am liebsten eine Ausbildung zum Mechatroniker machen, würde allerdings auch fast jeden anderen Job annehmen. Zum Beispiel könne er in der Küche eines Restaurants. Hauptsache arbeiten, meint Fadi.

Der erste wichtige Schritt für ein Leben in Deutschland ist auf jeden Fall schon getan. Die eigene Wohnung ist zwar bisher noch leer, doch sollten die vom Jobcenter bewilligten Möbel bald eintreffen. „Bis dahin kann er natürlich noch bei uns bleiben“, betont Rose. Und das freundliche Angebot der Vermieterin in Bückeburg könnte einem anderen Asylbewerber zugute kommen. Zwar sei bisher noch nichts beschlossen, doch sei es möglich, dass dort bald ein Iraner ein neues Zuhause finden wird.

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