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Die Rhabarber-Saison auf dem Hamelner Wochenmarkt hat begonnen

Vielfältiges Gemüse

HAMELN. Kompott aus Gemüse zuzubereiten ist in der Gourmetküche längst kein Geheimrezept mehr. Tomaten eignen sich besonders gut für ein leckeres Dessert. Unter dem Stichwort „Süßes Kompott aus Tomaten“ sind per Mausklick im Handumdrehen bei „Google“ leckere Anleitungen für ausgefallene Süßspeisen zu finden.

veröffentlicht am 18.04.2017 um 15:13 Uhr

Erika Pook hat wie alle Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt derzeit frischen Rhabarber im Sortiment. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Völlig neu ist diese Art der „Nouvelle Cuisine“ aber nicht, denn Kompott aus einem bestimmten Gemüse kam schon „anno dazumal“ auf den Tisch – meist allerdings unter falschem Namen, denn Rhabarber galt früher bei den meisten Leuten als Obst.

Auch heutzutage wird die zur Familie den Knöterichgewächse zählende Pflanze von manchen Verbrauchern dem Obst zugeordnet. Stimmt aber nicht. Aus botanischer Sicht nämlich gehört Rhabarber zum Gemüse, genau genommen zum Stielgemüse, da nur die Blattstängel genießbar sind. Seit Kurzem sind die grün-roten Gemüsestangen in den Regalen der Supermärkte zu finden und natürlich auf dem Wochenmarkt, wo sie aus heimischem Anbau noch bis zum 24. Juni geerntet werden – genau wie Spargel aus der Region, der am Johannistag zum letzten Mal gestochen wird.

Was sind die Gründe für den Stichtag „Johannis?“ Ende Juni beginnt ein zweiter Wachstumsschub beim Rhabarber, der auch als „Johannistrieb“ bezeichnet wird. „Die Stangen, die in dieser Phase gebildet werden, sollten nicht geerntet werden, damit die Rhabarberpflanze ausreichend Kräfte und Reserven für das nächste Jahr sammeln kann“, betont Erika Pook, Obst- und Gemüsehändlerin aus Fuhlen.

Rhabarber auf Joghurt – eine schmackhafte Variante. Foto: pixabay
  • Rhabarber auf Joghurt – eine schmackhafte Variante. Foto: pixabay
Information

Rhabarber-Chutney

Zutaten für etwa fünf Gläser: 1 Kilogramm Rhabarber, 400 Gramm Zucker, einen halben Liter Weinessig, fünf Knoblauchzehen, Salz, vier eingelegte Ingwerpflaumen aus dem Glas (etwa 100 Gramm), 100 Gramm gemahlene Mandeln, einen Esslöffel Ingwersirup, Senfpulver, einen Teelöffel Chilipfeffer.
Zubereitung: Rhabarber putzen, waschen und abtropfen lassen. Dann in ein Zentimeter große Stücke schneiden. Mit Zucker und Weinessig in einem Topf langsam zum Kochen bringen und unter rühren 15 Minuten kochen, bis der Rhabarber sämig wird. Knoblauch schälen und mit Salz zerdrücken, Ingwerpflaumen abtropfen lassen und fein hacken. Zusammen mit Mandeln, Ingwersirup, Senfpulver und Chilipfeffer in den Rhabarber geben und weitere 25 Minuten bei kleiner Hitze kochen lassen. Ab und zu umrühren. Noch heiß in warm ausgespülte Gläser füllen.

Außerdem können zu spät geerntete Stängel zu viel Oxalsäure enthalten, die normalerweise in den Stängeln nur geringfügig vorhanden ist, in den ungenießbaren Blättern hingegen in hoher Konzentration vorkommt. Oxalsäure gilt in größeren Mengen verzehrt als „Calzium-Räuber“. Auch kann sie in größeren Mengen bei empfindlichen Menschen eine ätzende Wirkung im Magen- und Darmbereich entfalten. Rhabarber sollte deshalb nicht roh gegessen werden – was kein Verlust ist, denn roh schmeckt er einfach grässlich, wie eine winzige Kostprobe deutlich macht. Gekocht oder gebacken hingegen ist er eine Delikatesse. Und obendrein gesund, enthält er doch viele Vitamine der B-Gruppe, Vitamin A, C und K sowie Mineralstoffe und Pektine. Ursprünglich stammt Rhabarber aus China, wo er vor 4000 Jahren als Heilmittel gegen Darmträgheit und zur Bekämpfung der Pest eingesetzt wurde.

Seinen Namen jedoch haben ihm die alten Griechen gegeben. In ihrer Pflanzenwelt war er ein Fremder, ein „Barbar von der Rha“, wie sie die Wolga nannten, an deren Ufern die fremdländische Wurzel ebenfalls angebaut wurde. In Deutschland ist er seit 1840 bekannt – importiert von einem Händler aus Kirchwärder. Rhabarber in Desserts oder im Kuchen ist ein Genuss, den sich im Frühjahr kaum jemand entgehen lässt.

Wer über die Rhabarber-Zeit hinaus nicht auf den säuerlichen Geschmack verzichten möchte, sollte sich „Rhabarber-Chutney“ zubereiten, denn das kann bis zu drei Monate aufbewahrt werden.

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