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Derzeit stehen Mischungen gegen Erkältung hoch im Kurs

Tee – ein echtes Kultgetränk

HAMELN. „Der Tee weckt den guten Geist und die weisen Gedanken. Er erfrischt Deinen Körper und beruhigt Dein Gemüt. Bist Du niedergeschlagen, so wird Tee Dich ermutigen.“ Vor etwa 5000 Jahren hat der chinesische, von Mythen umwobene Kaiser Shen Nung, (auch Tsching-Nung) einen Lobgesang auf sein Lieblingsgetränk geschrieben, das er selbst entdeckt haben soll, wie eine chinesische Legende erzählt.

veröffentlicht am 10.10.2017 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 15:45 Uhr

Eine Tasse Tee ist immer wohltuend. Foto: pixabay
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Der Kaiser, damals als Sohn des Himmels bekannt, hat am liebsten abgekochtes Wasser getrunken. Einmal, als er sich in seinem Palastgarten unter einem Baum ausruhte, wehte der Wind einige Blätter von einem in der Nähe stehenden Strauch in einen Kessel mit heißem Wasser. Es verfärbte sich goldbraun und verströmte einen köstlichen Duft. Tsching-Nung probierte und war begeistert von dem herben Geschmack und der wohltuenden Wirkung des Getränks. „T`sa“, soll er ausgerufen haben, was so viel bedeutet wie „das Göttliche“.

Ob der Kaiser aber tatsächlich der Entdecker des Teestrauches war, sei dahingestellt, denn auch aus Indien und Japan sind Legenden überliefert, so dass die Urheimat des Teestrauches nicht eindeutig geklärt ist. Vermutet wird jedoch Assam in Hinterindien. Egal, woher er stammt, entscheidend ist doch, dass der Tee Mitte des 17. Jahrhunderts endlich auch nach Europa gelangte und ab dem 18. Jahrhundert zu einem Kultgetränk wurde.

Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ebenso wie Kaffee wird Tee in Deutschland und anderen Ländern das ganze Jahr über getrunken. Für manche Verbraucher ist Tee aber eher etwas für die kalte Jahreszeit – also mehr ein Saisongetränk. Und die Saison hat jetzt begonnen.

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„Die fallenden Temperaturen sorgen für einen Anstieg des Teeverbrauchs“, bilanziert Christian Frevert, der auf dem Wochenmarkt an seinem Stand zig Teesorten und Gewürze aus kontrolliertem Anbau verkauft. Derzeit stehen Teemischungen gegen Erkältung hoch im Kurs – beispielsweise der „Schietwettertee“, der unter anderem Blätter aus Spitzwegerich, Hagebutten, Pfefferminz, Brombeeren, Himbeeren, Fenchel und der Königskerze enthält.

Gern genießen die Dauerteetrinker und die „Saisontrinker“ derzeit aber auch Schwarz- oder Grünteesorten. „Absolute Spitzenreiter sind Darjeeling, ein milder bekömmlicher Tee, ein kräftige Ostfriesen-Mischung und Earl Grey, der beliebteste Tee mit Bergamotte-Öl“, so Frevert. Bei den Grünteesorten liegt Tee aus Japan vorn. Beispielsweise der „Japan Sencha“ oder aromatisierte Mischungen wie „Sinnesfreuden“ und „Morgenlicht“. Tee aus Japan ist ein hochwertiges Lebensmittel, denn die Japaner produzieren nur grünen Tee und haben den Teeanbau perfektioniert.

Eine gute Tasse Tee schmeckt immer. Klein gehackte Teeblätter eignen sich aber auch als Zutat in Desserts und im Gebäck. Besonders Lecker zu einer Tasse Tee und schnell gemacht sind beispielsweise „Teeplätzchen mit Muskatblüte“.

Information

Teeplätzchen mit Muskatblüte

Zutaten für etwa 24 bis 30 Plätzchen (hängt von der Größe ab): 150 Gramm Butter, je 40 Gramm weißen und braunen Zucker, einen gehäuften Teelöffel Muskatblüte (Macis), eine Prise Salz, zwei Eier, 325 Gramm Mehl, einen gehäuften Teelöffel Backpulver, 70 Gramm gemahlene Haselnüsse, 50 Gramm Korinthen, drei Teelöffel Teeblätter nach eigener Wahl, etwa eine kleine Tasse stark gekochten Tee und Puderzucker zum Bestäuben. Wer mag, kann aus dem Puderzucker einen Guss herstellen, der mit frisch aufgebrühtem Tee vermischt wird. Tipp: Muskatblüte ist auch bei Christian Frevert erhältlich, allerdings nicht immer. Alternativ bietet sich eine Muskatnuss an, die frisch in den Teig (etwa ein Teelöffel) gerieben wird. Bitte kein Fertigpulver nehmen, das übertüncht den zarten Teegeschmack der Kekse. Zubereitung: Butter mit Zucker schaumig rühren (Mixer oder Küchenmaschine). Muskatblüte, Salz, zerstoßene Teeblätter und die Eier einrühren. Mehl mit Backpulver und den Haselnüssen mischen. Abwechselnd mit dem gekochten Tee in den Teig rühren. Gewaschene und gut abgetropfte Korinthen unterheben. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen und mit zwei Teelöffeln oder mit den Händen kleine Teighäufchen aufs Blech setzen. Wenn der Teig klebt, die Häufchen kurz in etwas Mehl wälzen. Im vorgeheizten Backofen etwa 1
5 Minuten, je nach Herd, bei 180 Grad backen. Aus dem Ofen nehmen und noch
warm in Puderzucker wälzen. Alternative: Abkühlen lassen und mit der Tee-Puderzuckermischung glasieren. Macht die Kekse saftiger.

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