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Der Rücktritt vom Rücktritt

Steven Soderbergh kehrt mit „Logan Lucky“ ins Kino zurück

Eigentlich hatte Steven Soderbergh den Lichtspielhäusern Adieu gesagt. Es ist über vier Jahre her, dass sich der renommierte US-Regisseur („Ocean’s Eleven“), dessen Karriere 1989 mit „Sex, Lügen und Video“ begann, öffentlich von der großen Leinwand verabschiedete. Der heute 54-Jährige wollte sich dem Fernsehen widmen. In seiner Kino-Auszeit arbeitete Soderbergh an TV-Serien wie etwa „The Knick“. Nun aber der Rücktritt vom Rücktritt - mit Lucky Logan.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 17:04 Uhr

Die Bangs mit (v. li.) Fish Bang (Jack Quaid), Sam Bang (Brian Gleeson) und Joe Bang (Daniel Craig) in einer Szene des Films „Logan Lucky“. Foto: Claudette Barius/ Fingerprint Releasing – StudioCanal/dpa

Autor:

Matthias Viereck

Soderbergh, der zu den ganz wenigen US-amerikanischen Filmemachern gehört, denen es immer wieder gelingt, die Stärken eines breitenwirksamen Hollywoodkinos mit den Vorteilen des kleinen, unabhängigen US-Films zu vereinen, kehrt auf die große Kinoleinwand zurück. Dass er sich dabei von so starken Schauspielern wie James-Bond-Darsteller Daniel Craig, Channing Tatum („Magic Mike“) und Adam Driver („Star Wars: Das Erwachen der Macht“) flankiert weiß, macht die Rückkehr leichter. Es geht um einen gekonnt inszenierten und spannend erzählten Raubzug in einem ganz typischen, einem uramerikanischen Teil der Vereinigten Staaten.

Im Mittelpunkt von „Logan Lucky“ stehen die beiden Brüder Jimmy (Tatum) und Clyde (Driver). Beide haben es nicht leicht; immer wieder ist im Film von einem Fluch die Rede, der auf der Familie aus West Virginia laste. Während Jimmy getrennt von seiner Frau lebt und sich in finanzieller Hinsicht mehr schlecht denn recht behauptet, büßte Clyde bei einem Einsatz im Irak gar einen Großteil des linken Armes ein. Der Barkeeper trägt seither eine Prothese, die noch eine Rolle spielen soll in diesem bunten Gaunerstück voller Wendungen und Überraschungen. „Logan Lucky“ ist ein Film mit vielen Stärken. Einen guten Teil seiner Anziehungskraft verdankt er dem wunderbaren Darsteller-Ensemble. Sehr hübsch und sehr unerwartet die Szenen mit Daniel Craig: Der Brite ist zunächst kaum wiederzuerkennen, was vor allem an seinem strohblonden Haarschopf liegt. Sein Spiel zudem ist sehr selbstironisch, man wünscht Craig mehr Auftritte dieser Art.

Der Regisseur indes unterstreicht mit „Logan Lucky“ nicht nur, dass er sich auf Schauwerte und pointierte Dialoge versteht. Er ist auch ein ungemein schlauer Filmemacher. Soderberghs Rücktritt vom Rücktritt hat sich gelohnt.


„Lucky Logan“ läuft in der ersten Woche im Hamelner Maxx-Kino täglich um 17.30 und 20 Uhr, außerdem Freitag und Samstag um 22.30 Uhr.

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