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Nach fast drei Jahren sind bereits 85 Gräber auf dem Hamelner Tierfriedhof belegt

Ruhe und Frieden für Hund und Herrchen

Hameln (ch). Wenn ein Haustier stirbt, ist es für viele Herrchen und Frauchen ähnlich schlimm, wie einen geliebten Menschen zu verlieren. Hilfreich ist es in diesem Fall auch, noch einmal nach dem Tod Abschied nehmen zu können. Die Vorstellung, das Tier, das sie jahrelang geliebt und gehätschelt haben, zum Abdecker zu bringen, ist für viele unerträglich. Um ihnen einen würdevollen Abschied und auch einen Ort, an dem sie sich immer wieder an den treuen tierischen Begleiter erinnern können, zu geben, hat Claus Delius 2010 den ersten Tierfriedhof in Hameln eröffnet.

veröffentlicht am 22.08.2012 um 06:00 Uhr

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In der Umgebung des Hamelner Tierheims, nahe am Waldrand, hat er auf einer rund 4800 Hektar großen Wiese einen Friedhof angelegt, der wie ein Park gestaltet ist. Mit Wegen aus Rindenmulch, Bäumen, Bänken und einem Teich. Bislang sind die Bäume natürlich noch klein, alles ist noch am Anfang. „Es soll aber ein schöner Park für alle werden“, wünscht er sich. Einige Skulpturen, die den Bereich im unteren Drittel verschönern würden, könne er sich gut vorstellen. Falls ein Hamelner Künstler Lust hätte, eine Skulptur für den Bereich zu gestalten, könne dieser sich gerne melden.

85 Grabstätten sind bereits belegt. Die meisten sind anonym auf einer Wiese, kleine Holzschilder kennzeichnen das Grab. Auf einer gemeinsamen Gedenkstätte stehen Blumenkübel, kleine Steine und Tontiere haben die Besitzer der verstorbenen Tiere hier abgelegt. „Es ist schön hier“, sagt Delius zufrieden. Durch seine Arbeit habe er schon viele nette Leute kennengelernt, ein paar kämen regelmäßig, um das Grab ihres Tieres zu pflegen und zu gestalten und die friedliche Ruhe zu genießen. Die Grabstätten sind liebevoll bepflanzt, auf einigen steht ein Foto des verstorbenen Tieres, auch Grabsteine gibt es.

Zu den Beerdigungen kommen oft mehrere „Angehörige“, um gemeinsam Abschied zu nehmen. „Gerade ist ein Hund, der viele Jahr im Tierheim gelebt hat, gestorben, da kamen über 20 Leute, die noch ihre Hunde mitgebracht haben, das war richtig schön“, sagt Delius.

Rund 80 Prozent der beerdigten Tiere sind Hunde, fast 20 Prozent Katzen, ganz selten einmal ist ein Meerschweinchen oder ein Kaninchen dabei. Die letzte Ruhe finden sie meist in ihre Lieblingsdecke gehüllt, solange diese aus Baumwolle, die verrottet, besteht. Selten einmal wird ein kleiner Sarg aus Pappe oder Pressholz gekauft. Je nach Größe des Tieres und der Frage anonyme Bestattung oder eigene Grabstätte bewegen sich die Preise für Bestattung und Pacht für drei bis vier Jahre zwischen 90 und 370 Euro.

Am 12. März 2010 war Claus Delius seit einigen Monaten dabei, den parkähnlichen Tierfriedhof anzulegen.

Foto: Archiv

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