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Schlumpfine wagt den Selbstfindungstrip

Revolution in Schlumpfhausen

Die Schlümpfe sind nicht kleinzukriegen. Ab 1958 gab es die Comics des Belgiers Peyo, dann die Zeichentrickserie und später die Kinofilme. Nun kommt erneut ein Abenteuer mit den weißbemützten blauen Figuren ins Kino. In „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf“ wagen sich Schlumpfine und ihre Freunde in den verbotenen Wald, um nach einer geheimnisvollen Siedlung zu suchen.

veröffentlicht am 05.04.2017 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 05.04.2017 um 18:11 Uhr

Schlaubi (v. li. n. re.), Clumsy, Hefty und Schlumpfine wagen sich in den verbotenen Wald, um nach einer geheimnisvollen Siedlung zu suchen. Foto: Sony/Pictures/dpa

Autor:

Cordula Dieckmann

. Gefährlich, gefährlich, denn der böse Zauberer Gargamel und sein Kater Azrael sind ihnen dicht auf den Fersen. Optisch ist die animierte Neuauflage – natürlich in 3D – nett gemacht. Die Geschichte ist jedoch über weite Strecken klamaukig und vermittelt teilweise sogar ein antiquiertes Frauenbild.

Bei der Animation wollten die Filmemacher rund um Regisseur Kelly Asbury zu den Wurzeln der Werke des belgischen Zeichners Pierre Culliford alias Peyo zurück. „Wir haben uns die frühen Comicbücher angesehen und das Werk von Peyo studiert“, sagt Asbury. „Peyos Werk vermittelt eine Beschwingtheit und eine Leichtigkeit des Seins.“ Visuell ist der Film in der Tat gelungen. Fantasievoll wurde die Schlumpfwelt am Computer animiert, putzige Schlumpfhäuser, lustige Schlümpfe und eine zauberhafte Wunderwelt im verbotenen Wald.

Alles schön, wäre da nicht Schlumpfine, in der deutschen Fassung gesprochen von Nora Tschirner. Sie ist nicht mehr als die Ausgeburt von Gargamels finsteren Schlumpf-Vernichtungsfantasien. Der Zauberer (Christoph Maria Herbst) hat die hübsche, blond gelockte Schönheit geschaffen, damit sie den blauen Ego-Männchen den Kopf verdreht und sie in sein Schloss lockt. Dort will er aus ihnen eine magische Schlumpfsuppe brauen. Im Kern ist Schlumpfine deshalb ein ziemlich böses Mädchen, geformt aus einem Lehmklumpen. Das süße Lächeln, der schmachtende Augenaufschlag: Alles nur gespielt. Oder doch nicht?

Irgendetwas muss falsch gelaufen sein, denn Schlumpfine hat, wie wir wissen, ein Herz für ihre Schlümpfe. Und sie hat keine Ahnung, welche bösen Kräfte in ihr schlummern, wäre da nicht dieses nagende Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit ihr. Emanzipation in Schlumpfhausen? Höchste Zeit. Schlumpfine will nicht länger die Süße sein, für die alle schwärmen und die selbstverliebt in den Spiegel starrt. Sie ist unzufrieden und will endlich auch eine Aufgabe haben, Typ unzufriedene Hausfrau. Eine Revolution im Pilzdorf.


„Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (3D)“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 16.15 und 18.15 Uhr, außer am Donnerstag und Freitag um 16.30 und 18.30 Uhr, in 2D täglich um 12.15 und 14.15 Uhr, außer am Donnerstag und Freitag um 14.30 Uhr.

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