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Noch nicht der große Wurf

Test: Was kann Googles TV-Stick Chromecast?

veröffentlicht am 27.03.2014 um 06:00 Uhr

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Autor:

Jobst Christian Höche

Hameln. Eigentlich läuft es immer so: Die Entwickler von Google beobachten den Markt, setzen dann ein paar Programmierer auf ein neues Produkt an und kommen kurze Zeit später mit einer bahnbrechenden Software, Hardware oder einem innovativen Service um die Ecke. Doch was bei Google Earth und einem eigenen Betriebssystem für Smartphones begann und mit einem Siegeszug verschiedener Cloud-Dienste weiter ging, scheint nun (vorerst) ein kleinen Dämpfer namens Chromecast zu bekommen.

Chromecast ist nicht größer, als ein USB-Stick und findet in jeder HDMI-Buchse eines halbwegs modernen Fernsehers Platz. Strom gibt es entweder über ein mitgeliefertes Netzteil oder über eine USB-Schnittstelle direkt am Fernseher. Die Bedienung findet ausschließlich über eine kostenlose App auf dem eigenen Smartphone statt.

Doch was kann das kleine Teil eigentlich? Es streamt Daten. Googles Filme, Youtube-Filme, Googles Musik. Auch einige andere Daten können über den Google Browser Chrome per WLAN an den Stick geschickt werden. Viel mehr kann das Gerät noch nicht. Ein paar ausgewählte Onlinedienste können bereits Filme über den Chromecast auf den Fernseher bringen, doch macht der Minirechner, anders als erhofft, nicht aus jedem Fernseher einen vollwertigen Smart-TV.

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Besonders für Filmfans, die ihre eigenen Filme vom NAS oder einem Laptop aus streamen wollen, ist Chromecast in der jetzigen Variante eine Enttäuschung. Der Stick spielt ausschließlich Dateien im MP4-Format ab. Wer beim Digitalisieren seiner DVD-Sammlung auf MKV-, AVI-, oder MOV-Dateien gesetzt hat, hat damit das Nachsehen beziehungsweise einen schwarzen Bildschirm statt des Blockbusters vor sich. Mittlerweile ist die Schnittstelle für Entwickler offen und täglich werden neue Apps im Playstore veröffentlicht. Hier was für Fotos, da was für Videos. Der ganz große Wurf ist aber noch nicht dabei. Auch werden die Entwickler bei Google um eine neue Firmware nicht herumkommen, um das Gerät für weitere Datenformate zu öffnen.

Ein Fehlkauf ist der kleine Rechner allerdings nicht, denn was kann man bei einem Verkaufspreis von 35 Euro schon falsch machen? Grafisch sieht das, was man bisher sehen kann, jedenfalls sehr schick aus. Die Onlineredaktion hat den Playstore fest im Blick. Sobald sich etwas tut an der Chromecastfront, erfahren Sie es hier.

Hinter dem Fernseher fällt der Chromecast-Stick kaum auf.

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