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Sechs Wochen nach dem Bericht: Einige der Abfalleimer sind wieder angebracht

Mülleimer auf Probezeit – mit Erfolg?

Rinteln (le). Eine Fahrt entlang des Treidelpfades am Weserufer sorgt für Stirnrunzeln. In regelmäßigen Abständen stehen dort Bänke als Sitzgelegenheit für erschöpfte Fahrradfahrer und Fußgänger.

veröffentlicht am 15.08.2012 um 00:00 Uhr

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Doch nicht jede Bank ist mit einem dazugehörigen Mülleimer ausgestattet. Wie kommt es dazu?

Wir blicken zurück in den April: Die Mülleimer entlang des Treidelpfades quellen über. Das liegt aber nicht an mangelnder Organisation vonseiten der Stadt. Vielmehr bieten die Mülleimer für einige Menschen eine simple und vor allem illegale Entsorgungsquelle für ihren Hausmüll. Deshalb entschloss sich das Tiefbauamt dazu, die Mülleimer abzumontieren, um die Müllsünder gar nicht erst in Versuchung zu bringen. Diese Maßnahme zeigte schnell Erfolg, die Verschmutzung des Pfades hat nachgelassen.

Doch in der Sommersaison ist Rinteln ein beliebtes Ausflugsziel, gerade für Radfahrer. Der hohe Betrieb auf den Radwegen bringt unweigerlich auch mehr Müll mit sich. Ob nun ein leeres Saftpäckchen, eine Brötchentüte oder Kaugummipapier, all diese Dinge werden als „Mitreisende“ nicht gerne gesehen. Wer seinen Müll während einer Weserradtour loswerden will, muss sich entweder mit dem Wegrand zufrieden geben oder ihn bis zur nächsten Gelegenheit bei sich behalten.

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Angesichts dieser neuen Problemlage zog Andreas Wendt, Leiter des Tiefbau- und Umweltsamts Rinteln, es in Erwägung, dass probeweise einige Mülleimer wieder angebracht werden.

Dieses neue „Mülleimermodell“ ist nun vor einigen Wochen veranlasst worden. Jetzt sind die Bänke teilweise wieder mit Mülleimern ausgerüstet. Derzeit sei es jedoch noch nicht möglich, eine Einschätzung darüber zu treffen, inwiefern das neue Konzept anschlägt. „Es muss auf lange Sicht beobachtet werden“, so Wendt.

Gestern fiel die Vorort-Recherche ernüchternd aus. Hier und da verteilt liegen trotz der Neumontage eines Mülleimers – der nur wenige Meter entfernt steht – kleine Plastiktüten in dem Grünstreifen zwischen dem Treidelpfad und dem Weserufer.

Es ist ein Dilemma. Auf der einen Seite will man die Müllverbrecher nicht dazu animieren, ihren Hausabfall an der nächsten Parkbank zu entsorgen und entfernt deswegen die Mülleimer. Das sorgt auf der anderen Seite dafür, dass den Passanten die Möglichkeit genommen wird, ihren Kleinmüll ordnungsgemäß zu entsorgen. Es liegt im Interesse der Allgemeinheit dieses Problem in den Griff zu bekommen, weil die Stadt es sich nicht erlauben kann, täglich Orte wie den Treidelpfad oder auch den Blumenwall abzufahren und den Müll aus den Büschen zu fischen, nur damit der Nächste wieder seine Haushaltsreste abladen kann, ganz nach dem Motto: „Mein Kram wird ja sowieso abgeholt.“

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