weather-image
28°
Zertifikate sagen nichts über Qualität eines Masseurs aus / So erkennen Sie Profis

Massagen – Wohltat auch für die Seele

Massagen sind eine Wohltat für Körper und Geist. Sie können der reinen Entspannung, aber auch der medizinischen Therapie dienen. Die Augen sind geschlossen. Auf dem Rücken ein sanfter Händedruck – und nach ein paar Minuten durchflutet eine wohlige Wärme den Körper. Bestenfalls sind die Verspannungen im Nacken danach weg. Eine gute Massage kann heilen, pflegen und entspannen. Es gibt aber ganz verschiedene Varianten. Jeder muss selbst ausprobieren, welche Art für ihn die richtige ist. Doch es gibt Tipps, wie man einen guten Masseur erkennt.

veröffentlicht am 14.08.2012 um 00:00 Uhr

270_008_5699345_ruec1010208.jpg

„Das Geheimnis völliger Entspannung liegt auf unserer Haut“, sagt Karin Schutt, die ein Buch zum Thema geschrieben hat. Auf einer Fläche von knapp zwei Quadratmetern ist die Haut mit Millionen empfindlicher Nervenenden versehen, die dem Gehirn jeden äußeren Reiz melden. „Sobald Haut auf Haut trifft, entsteht dieser Reiz, der im ganzen Körper Rausch und Ruhe zugleich bewirkt.“

„Die klassische Massage ist das, was man vom Arzt auf dem Rezept verordnet bekommt – sie wird auch als schwedische Massage bezeichnet“, sagt Dino Sambo, Physiotherapeut aus Wuppertal und Mitglied im Deutschen Wellness Verband. Sie habe einen ganz klar geregelten Umfang, was Techniken und Einsatzgebiete betrifft, und sei gesetzlich geschützt. Eine Wellnessanwendung hingegen habe keinen direkten therapeutischen Ansatz. „Die Idee ist, Körper und Geist in Einklang zu bringen, sodass Tiefenentspannung entsteht.“

Verschiedene Techniken kennzeichnen die klassische Massage. Streichende Bewegungen führen die Lymphflüssigkeit in den venösen Blutfluss zurück, bekannt auch unter dem Begriff Lymphdrainage. Beim Kneten dehnen und entspannen sich die Muskelfasern, Hin- und Herreiben fördert die Durchblutung. Klopfen steigert sowohl die Durchblutung als auch die Muskelspannung, und die Vibrationstechnik lindert Schmerzen und entspannt. Schutt spricht von „Streicheleinheiten für die Seele“, denn Massagen regen die Produktion von Glückshormonen an und beruhigen strapazierte Nerven.

Bei Wellnessanwendungen geht es dagegen in erster Linie um die Entspannung des Geistes. Die Bekannteste unter ihnen ist die Aromatherapiemassage, bei der die Haut mit duftenden Ölen verwöhnt wird. Andere Varianten sind Ayurveda-, Thai- oder Hot-Stone-Massagen.

Mit der Flut an Angeboten sei es für den Verbraucher allerdings immer schwerer geworden, die Qualität der einzelnen Anwendungen zu beurteilen, warnt Sambo. Niemand sollte sich von sogenannten Diplom-Wellnessmasseur-Zertifikaten blenden lassen. Sie sagten nichts über die Qualität des Masseurs aus. Auf der sicheren Seite sei man bei staatlich geprüften Masseuren oder Physiotherapeuten.

Das Preis-Leistungsverhältnis stimme auf jeden Fall, wenn die klassische Massage etwa einen Euro pro Minute kostet, sagt Insa Brockmann vom Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten. Ein guter Therapeut befrage den Klienten zudem vor der ersten Anwendung gezielt nach gesundheitlichen Problemen. Der Massageraum sollte sauber und gut belüftet sein. Die Intimsphäre muss während der Behandlung gewahrt bleiben. Und der Klient muss während der Massage entspannt liegen oder sitzen können. Ein Massageverbot besteht grundsätzlich bei akuten Thrombosen, bestimmten Gefäßerkrankungen wie arteriellen Durchblutungsstörungen, Herzproblemen wie der dekompensierten Herzinsuffizienz sowie Erkrankungen des Lymphsystems. Die Nachfrage beim Arzt sei bei Hautkrankheiten sowie Diabetes und während einer Schwangerschaft ratsam, ergänzt Schutt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare