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Bei Klaus-Peter Menzel auf dem Hamelner Wochenmarkt gibt es was für den Kopf

Immer gut behütet

HAMELN. Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Käse, Backwaren, Honigprodukte, Marmelade, Schokolade, Kaffee, Olivenöl, Imbissstände, Glückwunschkarten, Tupper- und Töpferware, Textilien und vieles mehr – die Palette der Stände auf dem Wochenmarkt ist vielfältig und bunt. Damit die Besucher bei ihren Einkäufen gut behütet sind, gibt es sogar einen Hutstand.

veröffentlicht am 25.04.2017 um 14:03 Uhr
aktualisiert am 25.04.2017 um 16:00 Uhr

Ein Klassiker unter den Kopfbedeckungen: der Strohhut. Foto: pixabay
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Seit mehr als 20 Jahren setzt Klaus-Peter Menzel seinen weiblichen und männlichen Kunden das i-Tüpfelchen auf – passend zur Jahreszeit und zu aktuellen Modetrends.

„Derzeit liegen bei den Damen Hüte aus Wollfilz und Trilby aus Stroh, Paperstroh und Seegras im Trend“, betont der Standbeschicker aus Einbeck, der jeden Samstag auf dem Wochenmarkt vertreten ist. Der Trilby-Hut, ein Klassiker aus England, hält sich seit über 100 Jahren auf den Köpfen der Damen, immer mehr aber auch auf den Köpfen der Herren. Der kleine Hut mit der schmalen, steilen Krempe verdankt seinen Namen einem gleichnamigen Bühnenstück von George du Maurier, das 1894 in London aufgeführt wurde. Die Hauptfigur trug einen Hut, der als „Trilby-Hut“ bekannt wurde und sich immer größerer Beliebtheit erfreute. Bis in die 1960er-Jahre galt er als der Renner. Dann wurde es einige Jahre etwas stiller um ihn. Aber nicht lange. In den 1980er-Jahren erlebte er eine Renaissance und ist bis heute nicht mehr von den Köpfen von Frau und Mann wegzudenken. Von wegen alter Hut.

Die männlichen Kunden von Klaus-Peter Menzel bevorzugen derzeit den sogenannten „Rollhut“. Diese Hüte seien nicht nur sehr kleidsam, sondern auch praktisch. „Sie lassen sich knautschen, ohne ihre Form zu verändern, und sie sind stark wasserabweisend“, erklärt der Hutexperte, der sich selbst auch gern mit einem Rollhut behütet – besonders bei dem derzeit herrschenden nasskalten Wetter.

Klaus-Peter Menzel behütet die Kunden des Wochenmarkts. Foto: sto
  • Klaus-Peter Menzel behütet die Kunden des Wochenmarkts. Foto: sto

Ein weiterer Trend, der sich an seinem Stand hauptsächlich im Sommer abzeichnet, sind Freizeithüte für Damen und Herren sowie Damenkappen mit einem UV-Sonnenschutz 50+. Die Herren schützen sich vor der Sonne übrigens auch gern mit einfachen Strohhüten aus Seegras oder Paperstroh und original Panamahüten.

Bemerkenswert: Das Tragen von Hüten oder Kappen ist nicht nur bei der älteren Generation „in“, sondern wird auch bei jungen Leuten immer beliebter. „Junge Männer beispielsweise mögen Gatsby-Caps in schmaler Form“, so Menzel.

Aber auch Baseballcaps liegen im Trend. Zeitlos scheinen darüber hinaus bei älteren Trägern die Original-Baskenmützen aus 100 Prozent Wolle und die guten, alten Prinz-Heinrich-Mützen, Made in Germany, zu sein.

Ist das Tragen von Hüten heute eher eine Modeerscheinung, war es früher in erster Linie ein gesellschaftliches Symbol. Besonders im Mittelalter wurde diese Eigenschaft von Malern genutzt, um in ihren Kunstwerken bestimmte gesellschaftliche Gruppen durch Hüte zu kennzeichnen – nach dem Motto „Zeige mir deinen Hut, und ich sage dir, wer du bist“. Martin Luther beispielsweise ist in der Kunst mit einem Barett dargestellt. Im Europa des 11. und 12. Jahrhunderts trug der einfache Mann eine Coiffée, eine eng anliegende Bundhaube aus Leinen oder Leder. Sie gehörte auch zur Kleidung der vornehmeren Schichten. Frauen mussten im Mittelalter ihr Haar mit einer Kopfbedeckung verhüllen, sobald sie verheiratet waren. Die typisch weiblichen Kopfbeckungen waren damals Hauben und Kopftücher, sie sich von Schicht zu Schicht deutlich voneinander unterschieden und Teil einer Kleiderordnung waren, die in ländlichen Gegenden teilweise noch über Jahrhunderte hinweg eingehalten wurden.

Übrigens: Es gibt sogar einen internationalen „Tag des Hutes“. Er findet jährlich am 25. November statt – am Namenstag der Heiligen Katharina. Am Huttag des vergangenen Jahres war in Deutschland der Schauspieler Jan Josef Liefers zum „Hutträger des Jahres 2016“ gekürt worden.

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