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Was in die Hausapotheke gehört / Auch an jahreszeitlich bedingte Leiden denken

Im Notfall schnell zur Hand

Ratsch – da ist das scharfe Messer beim Schälen des Kohlrabi abgerutscht: Der Finger blutet. Jetzt muss die Wunde schnell desinfiziert und verbunden werden. An einem Pflaster hapert es in den meisten Haushalten nicht. Anders sieht es da schon mit Mullbinden und Medikamenten aus. Was im Auto Vorschrift ist, fehlt oft im Haus: der korrekt bestückte Verbandskasten oder die Hausapotheke. Und auch wenn letztere vorhanden ist – die Ausstattung ist oft mangelhaft. Das kann sich schnell rächen: „Nachts, an Wochenenden und Feiertagen ist die Hausapotheke oft der Retter in der Not“, weiß man bei der Apothekerkammer Niedersachsen: „Aber auf den richtigen Inhalt und die richtige Lagerung kommt es an. Die meisten Patienten bewahren ihre Medikamente in Badezimmer oder Küche auf. Wärme und Feuchtigkeit können Arzneimitteln aber schaden.“ Daher sollten sie möglichst an einem kühlen und trockenen Ort, wie zum Beispiel dem Schlafzimmer, aufbewahrt werden. Welche Medikamente Apotheker für die Grundausstattung einer Hausapotheke empfehlen:

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.09.2012 um 17:53 Uhr

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Schmerz- und Fiebermittel sowie Wund- und Heilsalbe, Kühlkompressen, Fieberthermometer, eine Pinzette, Desinfektionsmittel, (Wund-)Pflaster, elastische Binden, sterile Kompressen, Mullbinden und Einmalhandschuhe.

Familien mit Säuglingen oder Kleinkindern sollten ihre Hausapotheke zusätzlich mit Medikamenten gegen Zahnungsbeschwerden, Cremes gegen entzündete Haut im Windelbereich, Zäpfchen oder Saft gegen Fieber in altersgerechter Dosierung und Kochsalz-Nasenspray bestücken. Auch ein altersgerechter Hustenlöser und eine Elektrolytmischung, falls Durchfall auftritt, haben Sinn. Und nicht vergessen: die Telefonnummern des Giftnotrufs, des Hausarztes und des ärztlichen Notdienstes.

Bestehen bestimmte Vorerkrankungen oder Veranlagungen, sollte die Hausapotheke um entsprechende Medikamente ergänzt werden, zum Beispiel durch Mittel gegen Sodbrennen, Blähungen, Magendrücken, Verstopfung oder Durchfall.

Jahreszeitlich gehören auch Arzneimittel gegen Pollenallergie, Insektenstiche oder Sonnenbrand sowie gegen Grippe, Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen hinein.

Nehmen Kinder oder Erwachsene bereits regelmäßig Medikamente ein, ist es sinnvoll, dies mit seinem Apotheker zu besprechen und die Hausapotheke darauf abzustimmen. Sonst können im Krankheitsfall Wechsel- und Nebenwirkungen die Wirkung der einzelnen Medikamente beeinträchtigen.

Verbrauchte Arzneimittel möglichst gleich ersetzen, damit für den nächsten Notfall rechtzeitig vorgesorgt ist. Und immer die Originalverpackung inklusive Beipackzettel aufbewahren.

Ratsam ist es, von Zeit zu Zeit die Hausapotheke auf Vollständigkeit und Verfallsdaten zu kontrollieren. Abgelaufene Arzneimittel oder Medikamente, die schon zu lange geöffnet sind, haben dort nichts zu suchen. Auch Reste von Antibiotika oder anderen Akutmedikamenten, die nur einmal verordnet wurden, gehören nicht in die Hausapotheke, da man sie beim nächsten Infekt nicht auf eigene Faust wieder einnehmen darf. Übrigens: Abgelaufene Medikamente sollte man möglichst in einer Apotheke abgeben, weil sie sachgerecht entsorgt werden. kar

Die Hausapotheke sollte sich möglichst an einem kühlen und trockenen Ort befinden und regelmäßig kontrolliert werden. Foto: Bilderbox

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