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„Gegensätze ziehen sich an“

„High Society“: Luxustussi im Plattenbau

Beim Titel „High Society“ schwärmen etwas ältere Filmfans wohl unwillkürlich von der Kinokönigin Grace Kelly, wie sie auf einer Bootstour mit dem unvergleichlichen Bing Crosby den romantischen Song „True Love“ anstimmte. Bevor sie kurz darauf als Fürstin von Monaco selbst die höchste Ebene der internationalen Gesellschaft erklomm. Im Jahr 2017 ist „High Society“ aus anderem Holz geschnitzt als der Hollywood-Klassiker von 1956 – nicht nur wegen des Untertitels „Gegensätze ziehen sich an“.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 17:08 Uhr

Eine Szene des Films „High Society“. Foto: Edith Held/Warner Bros/dpa

Autor:

Ulrike Cordes

Knallhart richtet sich die gleichnamige deutsche Liebeskomödie von Anika Decker an ein deutlich junges Publikum und buhlt mit schnellen Bildern aus dem Berlin der Gegenwart, poppiger Musik und jeder Menge frechen Sprüchen um Aufmerksamkeit.

Dabei hat auch dieser Filmspaß seine Meriten. Die 42-jährige Decker, die als Drehbuchautorin für Kinohits wie Til Schweigers „Keinohrhasen“ (2007) und Detlev Bucks „Rubbeldiekatz“ (2011) reüssierte und mit „Traumfrauen“ 2016 ihr erfolgreiches Regiedebüt feierte, baut in die von ihr selbst verfasste, eher seicht daherkommende Geschichte durchaus nachdenkenswerte Aspekte ein. Identitätssuche und wahre Werte zum Beispiel. Und ein erstklassiges Darstellerensemble lässt sich spürbar gern mitreißen vom schrägen Geschehen. Macht so aus dieser „High Society“ auch eine schrill-amüsante Gesellschaftssatire.

Allen voran agiert Katja Riemann („Fack ju Göthe“) schwer berlinernd als Proletin mit buddhistischen und konsumkritischen Ambitionen. Ihre Carmen Schlonz, eine Supermarktkassiererin, die den Kunden so manches Produkt ausredet, ist die wahre Mutter der Heldin Anabel von Schlacht (Emilia Schüle, „Jugend ohne Gott“). Bislang wähnte sich die 25-Jährige nämlich als Tochter einer schwerreichen, wenngleich dekadenten Unternehmerfamilie. Lebte ein Leben mit Designerklamotten und Luxuspartys, in dem allein ihre Bis-Dato-Mutter Trixi (Iris Berben, „Jugend ohne Gott“) nervte. Doch dann stellt sich heraus, dass Anabel als Baby in der Klinik von Prosecco trinkenden Säuglingsschwestern vertauscht worden war …


„High Society“ läuft in der ersten Woche Hamelner Maxx-Kino Donnerstag und Montag um 14, 16.10 und 20.40 Uhr, Freitag und Samstag um 14.20, 16.30, 20.20 und 22.45 Uhr, am Sonntag um 14.20, 16.30 und 20.20 Uhr.

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