weather-image
Zart und süß – auch mit Hülle zu genießen

Endlich Zuckererbsen auf dem Markt

HAMELN. Der Griff in die Chipstüte, in die Salzstangen-Box oder in die Pralinenschachtel ist für viele Leute das i-Tüpfelchen eines unterhaltsamen Fernsehabends. Knabbern oder Naschen gehört für sie einfach dazu. Nicht selten melden sich nach dem Genuss aber die Gewissensbisse. Mussten die vielen überflüssigen Kalorien wirklich sein? Frust hin, Frust her. Beim nächsten Mal darf es dann wieder gesünder sein. Denn auch frische Möhren oder Chicoréeblätter lassen sich gut knabbern. Ebenso ein knackiges, grünes Gemüse, das jetzt Saison hat. „Die Zuckererbsen aus eigenem Anbau sind da“, macht Hartwig Fischer aufmerksam.

veröffentlicht am 20.06.2017 um 17:13 Uhr
aktualisiert am 20.06.2017 um 18:51 Uhr

In Deutschland gibt es rund 80 Erbsensorten – einschließlich der importierten Erbsen. Erika Pook verkauft frisch geerntete Zuckererbsen aus eigenem Anbau. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

An seinem Stand auf dem Wochenmarkt sind die Schoten derzeit frisch gepflückt erhältlich. Ebenso an einigen anderen Gemüseständen. Beispielsweise bei Pook. „Zuckererbsen eignen sich gut zum Naschen, denn sie sind zart und süß“, betont Erika Pook. Auch die Hülle kann mitgegessen werden.

Zugegeben, mit 60 bis 80 Kalorien pro 100 Gramm (hängt von der Sorte ab) sind Zuckererbsen weitaus nahrhafter als Möhren oder Chicorée, aber nicht minder gesünder. Sie haben viel Eiweiß und sind somit eine wertvolle Proteinquelle. Außerdem enthalten sie Kohlenhydrate, Ballast- und Mineralstoffe wie Kalium, Kupfer, Zink und Eisen. Aber auch mit Vitaminen kann die Schote aufwarten. So ist sie eine wichtige Quelle für Vitamin C und B-Vitamine.

In Deutschland gibt es rund 80 Erbsensorten – einschließlich der importierten Erbsen. Ursprünglich stammen Erbsen aus Vorderasien. Ihre Urform ist seit dem Altertum bekannt. Damals wurde die Erbse in getrockneter Form verzehrt. Es wird vermutet, dass die Zuckererbse erst im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa angebaut wurde. Erbsen gehören zu den ältesten menschlichen Kulturpflanzen. Im vorderen Orient wurden sie bereits etwa 7000 Jahre vor Christi Geburt angebaut. Zusammen mit Linsen und einfachen Getreidesorten wie Emmer und Einkorn bildeten sie dort die Ernährungsgrundlage früher Ackerbauern. Aus dem östlichen Mittelmeergebiet hat sich die Kultur der Erbsen nach ganz Europa verbreitet.

Sogar die Schale der Zuckererbse kann man mitessen. Foto: pixabay CC0
  • Sogar die Schale der Zuckererbse kann man mitessen. Foto: pixabay CC0

Für Mitteleuropa zeigen archäologische Funde den Anbau von Erbsen. Der Verzehr frischer grüner Erbsen hingegen gilt erst seit dem 17. Jahrhundert als belegt. Von Erbsen handeln auch viele volkstümliche Sagen und Märchen. Wer kennt nicht das Märchen von Hans Christian Andersen „Die Prinzessin auf der Erbse?“ oder das Schicksal der Kölner Heinzelmännchen, die auf Erbsen ausrutschen? Außerdem wurden die knackigen Kugeln einst bei Wallfahrten in die Schuhe gesteckt – allerdings in getrocknetem Zustand, damit sie schön hart waren und ordentlich Buße getan werden konnte.

Erbsen aber sind viel zu schade, um in die Schuhe gesteckt zu werden. Sie gehören auf den Teller, denn sie schmecken auf vielerlei Weise zubereitet. Erika Pook kocht sie gern als Suppe mit Grießklößchen. Einen Versuch wert sind aber auch „Erbsen mit Pfifferlingen und Spargel“ – besonders jetzt in der Spargelzeit.

Information

Erbsen mit Spargel

Rezept für vier Personen: 300 Gramm ausgepuhlte Erbsen, 200 Gramm geputzte Pfifferlinge, 200 Gramm geschälten Spargel, Olivenöl, Salz, grünen Pfeffer, eine Prise Zucker, je ein halbes Bund Petersilie und Schnittlauch und eine Tasse Gemüsebrühe.

Zubereitung der farbenfrohen Kreation: Pfifferlinge und klein geschnittenen Spargel im Olivenöl einige Minuten leicht anbraten, dann Erbsen dazugeben, kurz erwärmen und dann Gemüsebrühe reingeben. Etwa zehn Minuten, bis die Flüssigkeit einigermaßen verkocht ist, im geschlossene Topf leicht köcheln lassen. Mit Salz und Zucker abschmecken. Kräuter kleinschneiden und über das Gemüse geben. Erbsen mit Pfifferlingen und Spargel sind eine ideale Beilage zu kurz gebratenem Fleisch oder Geflügel. Vegetariern schmeckt’s mit einem Tofuschnitzel.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare