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Neue Show im GOP Kaiserpalais

Berliner Pabst auf der Bühne: Und es hat „Kawumm“ gemacht

BAD OEYNHAUSEN. Markus Pabst ist ein gefeierter Kult-Regisseur aus Berlin, doch wenn sich im GOP Varieté-Theater Bad Oeynhausen der Vorhang zur Show „Kawumm“ öffnet, ist dieser „Unterhaltungs-Guru“ weit mehr als „nur“ der Mann, der hinter der Bühne die Fäden zieht. Er steht selber auf der Bühne.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 18:04 Uhr

Sina und Vienna sind zusammen das Duo Sienna und zeigen mit ihrem Können das ganze Spektrum weiblicher Kraft und Ästhetik. Mit dem Chinesischen Mast und dem Luftring haben sich die Berlinerinnen zwar recht klassische Turngeräte ausgesucht, interpreti
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Tobias Landmann Fotoreporter zur Autorenseite
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BAD OEYNHAUSEN. Tarantino des Varietés, Unterhaltungs-Guru, Berliner Papst: Namen hat er viele. Markus Pabst ist ein gefeierter Kult-Regisseur aus Berlin, der mit seinen außergewöhnlichen Inszenierungen weltweit für Aufsehen und Begeisterung sorgt. Seine Shows liefen bereits am New Yorker Broadway, in London, Berlin und – last, but not least – auch in Bad Oeynhausen. Hier wird im GOP Kaiserpalais nun seine neueste Regiearbeit, die Varieté-Show „Kawumm“, für deren Inszenierung er gemeinsam mit Pierre Caesar verantwortlich zeichnet, in der Winterzeit zu sehen sein.

Wenn sich (bis zum 14. Januar 2018) im GOP Varieté-Theater Bad Oeynhausen der Vorhang zur Show „Kawumm“ öffnet, ist Markus Pabst weit mehr als „nur“ der kreative Regisseur im Hintergrund. „The Godfather of Varieté“ erhebt sich nach 25 Jahren aus dem Regiestuhl und tritt wieder selbst auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Kawumm erzählt eine Geschichte vom Überleben in der Tristesse des Alltags durch die Macht der Fantasie: Herr Mutzmann (dargestellt von Markus Pabst) ist ein stets pflichtbewusster, ordentlicher und pünktlicher Beamter – gefangen zwischen Aktenzeichen und Zahlen. Um seinem faden Trott zu entkommen, hat er eine einfache, aber clevere Idee entwickelt. Er ordnet jeder Zahl, die ihm begegnet, eine Bedeutung zu: ein Gefühl, eine Farbe, ein Ereignis, einen Namen, einen Ort. Somit entstehen vor seinem inneren Auge immer neue Wunderwelten und Abenteuer, in denen er sich verlieren kann. Eines Tages macht es „Kawumm!“ und wie ein Schlag trifft Mutzmann seine ganz eigene, heldenhafte Geschichte, die ja immer tief in ihm schlummerte.

Bei dieser Partnerakrobatik ist Anna Shvedkova ein sicheres und zuverlässiges Fundament für die kunstvollen Handstände ihres Bühnenpartners Saleh Prinz Yazdani. Foto: tol
  • Bei dieser Partnerakrobatik ist Anna Shvedkova ein sicheres und zuverlässiges Fundament für die kunstvollen Handstände ihres Bühnenpartners Saleh Prinz Yazdani. Foto: tol
Dieser Regisseur ist ein Pfund. Und das vor allem im übertragenen Sinne. Markus Pabst (M.) steht in „Kawumm“ als Herr Mutzmann jetzt auch mal wieder selber auf der Bühne. Foto: tol
  • Dieser Regisseur ist ein Pfund. Und das vor allem im übertragenen Sinne. Markus Pabst (M.) steht in „Kawumm“ als Herr Mutzmann jetzt auch mal wieder selber auf der Bühne. Foto: tol

Markus Pabst gilt als Punk unter den Varieté-Machern – und als Poet. Er führt Dinge auf der Bühne zusammen wie ein Maler ein Bild: die Artistik, den Tanz, das Schauspiel. Pabst erzählt Geschichten, wo andere Nummern bieten, zeigt Gesichter, wo andere sich hinter Masken verbergen. Seine Shows sind schräg, unangepasst und stehen für ein Lebensgefühl. Aus ungewöhnlicher Lage richtet Pabst sein Schlusswort ans Publikum. „Denkt an diesen Abend zurück“, spricht er, kopfüber mit seinen Füßen am Luftring hängend, dreht sich dabei um die eigene Achse und appelliert von dort oben: „Und lasst das Träumen niemals sein!“

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