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Urig und preiswert

Skiurlaub in Kals am Großglockner

Bescheidenheit passt gut zum Corona-Winter. Skifahrer in Osttirol finden sie zum Beispiel in dem kleinen Bergort Kals am Großglockner. Hier ist der große Ski-Zirkus fern - modernisiert wurde trotzdem.

veröffentlicht am 29.12.2020 um 09:16 Uhr
aktualisiert am 29.12.2020 um 13:12 Uhr

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Es gibt sie noch, die kuscheligen und romantischen Ecken abseits vom großen Ski-Rummel. Urige, bäuerlich geprägte Ortschaften ohne Riesenparkplätze am Lift und laute Diskos.

Malerische Flecken mit einem Kirchturm in der Mitte und stattlichen alten Höfen ringsherum - Winterziele wie aus dem Bilderbuch, ideal für Genuss-Urlauber und Familien.

Kals am Großglockner ist so ein Dorf, das der Massentourismus noch nicht überrollt hat. Ein alter Bergsteiger-Stützpunkt auf gut 1300 Metern, von dem aus 1855 die Erstbesteigung des höchsten Gipfels in Österreich gelungen ist. Irgendwie ist die Zeit dann wohl ein wenig stehengeblieben. Zur modernen Ski-Welt jedenfalls hat Kals lange nicht aufschließen können. Die Bergbahnen standen kurz vor dem Aus.

Eine neues Ski-Resort brachte die Rettung

Doch dann, vor gut zehn Jahren, investierte der größte private Liftbetreiber Österreichs, die Schultz-Gruppe, kräftig in Kals. Seither schnurrt eine moderne Gondelbahn hinauf auf den Cimaross, die zusammen mit ein paar neuen Sesselliften das Skigebiet von Kals mit dem der Nachbargemeinde Matrei verbindet. Entstanden ist das mit 17 Aufstiegsanlagen und 44 Kilometern Piste größte Osttiroler Skigebiet: das «Großglockner Resort Kals-Matrei».

Inzwischen bietet das Großglockner Resort Tiefschneehänge, Funparks und Halfpipes und Dutzende feiner Pisten. In den höheren Lagen überwiegen die mittelschweren Varianten mit einigen rabenschwarzen Ablegern für Könner. Anfänger finden ihr Revier vor allem am Matreier Goldried und im flachen Gelände des Kalser Tals.

Schneesicherheit durch Staulage

Dass in Kals vor allem Sessellifte surren, ist in Corona-Zeiten ein Pluspunkt, und schneesicher sind die Abfahrten überall, denn das Großglockner Resort ist mit einer Staulage auf der Südseite der Tauern gesegnet. Wenn es trotzdem mal an Naturschnee mangelt, lassen sich 90 Prozent der Abfahrten auf Knopfdruck künstlich beschneien.

Mit den neuen Bahnen hat die Schultz-Gruppe das Viereinhalb-Sterne-Hotel «Gradonna» nebst 34 schmucken Chalets hoch über dem Dorf gebaut - eine Anlage, die direkt an den Pisten liegt. Doch das gefällt nicht allen. Naturschützer haben Kals das Prädikat Bergsteigerdorf gestrichen, was die meisten Einheimischen nicht wirklich stört. Von dem Titel können sie schließlich nicht abbeißen.

Vom Aufschwung profitieren dagegen auch Dutzende von alteingesessenen Gasthöfen, Frühstückspensionen und Restaurants. Mögen im Resort droben die eher besser betuchten Gäste wohnen - das alte Kals drunten ist geblieben, was es immer war: ein idyllischer Ort und ein gutes Ziel auch für kostenbewusste Wintersportler.

Regionaltypisches zu fairen Preisen

Vielleicht ist es gerade das Nebeneinander von hochpreisigen und ausgesprochen günstigen Angeboten, das den Erfolg der Region ausmacht - auch beim Einkehrschwung. Da sind noch immer die urigen Hütten, die sich mit bodenständiger Küche wie Schlutzkrapfen, Käsespätzle oder Kaspressknödeln empfehlen. Und da gibt es zum anderen die «Adler Lounge» von Wirt Walter Hartweger, der all das auch serviert, aber auch mit exquisiten Gerichten aufwartet. Eine Haube im Gault Millau hat er sich schon erkocht, der Panoramablick auf König Glockner und weitere 62 Dreitausender ist so grandios wie die Küche.

Unterm Strich ist der Winterspaß in Kals-Matrei vergleichsweise erschwinglich geblieben. Die Halbpension in einem ordentlichen Gasthof ist durchaus noch für 60 Euro zu haben. Beim Skipass, der auch für die Liftanlagen im nahen St. Jakob, in Sillian und auf dem Mölltaler Gletscher gilt, zahlen junge Leute bis zu ihrem 18. Lebensjahr den günstigen Kindertarif. Das ist im Alpenraum selten.



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