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Rückblick auf das Gartenjahr: Finale zum Träumen

Rückschau auf ein Gartenjahr zu halten, das bedeutet nicht zwangsläufig, Bilanz zu ziehen. Wer mag unterm Strich schon unzufrieden damit sein, dass der Apfelbaum womöglich eine weniger gute Ernte hervorgebracht hat als im Jahr zuvor.

veröffentlicht am 30.10.2021 um 14:00 Uhr

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Und außerdem: Wo der Stauden-Mohn (Papaver orientale) nicht so prächtig wie gewohnt zur Entfaltung gekommen war, konnte sich indes vielleicht die Akelei (Aquilegia vulgaris) viel besser entwickeln. Kein Gartenjahr gleicht dem anderen, jedes für sich trumpft mit besonderen Momenten auf, die in der Erinnerung uns Gärtnernden trotz einiger Ärgernisse, die es natürlich immer wieder gab und gibt und geben wird – warum nur hat die Schöpfung das Franzosenkraut zugelassen? –, ein Lächeln in die Seele zaubern.

Ach, wie strahlend standen die Blüten des Sonnenauges (Heliopsis) im Morgensommersonnenlicht.

Oh, wie lieblich vermochte uns der Duft des Lavendels (Lavandula angustifolia) im Steingarten zu verführen, als wir dort lustwandelten, wo des Admirals stolzes Flügelgemälde im Sommerflieder (Buddleja) sich zu präsentieren wusste. Wir kosteten von frisch geschnittenen Kräutern wie Thymian (Thymus vulgaris), Zitronenmelisse (Melissa officinalis) und Rosmarin (Rosmarinus officinalis), tauchten unsere verzückten Blicke in die Kelche der Tulpen (Tulipa) und ließen uns berauschen von den immensen Kugeln des Zierlauchs (Allium).

4 Bilder
Schnee eines Sommers: Wenn die Gehölze ihre Blütenblätter verlieren, beginnen sie zu fruchten. Der zu Boden gefallene Flor von Jasmin und Deutzie sieht auf der Rasenfläche besonders apart aus. Foto: sas

Ganz zu schweigen von jener Herbstfärbung verschiedenster Gehölze, die seit einigen Tagen einer Herzfärbung in unserer Brust gleichkommt. Die Mischung aus Melancholie und Neuaufbruch regnet auf unser Innerstes wie des Himmels Wasser auf die Blumen und Beete nach langer Trockenheit. Wir haben keinen Grund, traurig dem Winter entgegenzublicken, sondern können noch immer mit Freude pflanzen. Und wenn der erste Frost dann über uns und unser Land gekommen ist, halten wir inne und erfreuen uns an den Farben und der Vielfalt, die uns der Garten auch in diesem Jahr schenkte.



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