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Das Johanniskraut gibt es als Staude und Gehölz

Goldiger Muntermacher

Es ist ein Kraut gewachsen in vielen Gärten der Region, das heute unterschätzt wird, obwohl es schon seit der Antike als Heilpflanze bekannt ist. Über seine Inhaltsstoffe zur Bekämpfung nervöser Unruhe und Verbesserung der seelischen Ausgeglichenheit bestehen kaum Zweifel. Das klassische Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) gilt als Stimmungsaufheller; seine Ingredienzen werden für Arzneimittel verwendet. Blüht es in seinem strahlendem Gelb inmitten eines Staudenbeetes oder bei den Gehölzen, trägt aber auch schon dieses Bild der goldgelben Fröhlichkeit zum Muntersein bei. Besonders zu beachten ist die Vielfalt im Rahmen dieser Gattung: Über 450 Arten des Johanniskrauts sind bekannt. Bisweilen handelt es sich dabei genau genommen nicht mal mehr um ein Kraut, sondern um vielmehr: Kräuter, Stauden, Gehölze – diese Pflanzengattung gibt es in besonders reichhaltiger und abwechslungsreicher Zahl, weshalb Hypericum mehr als nur eines Blickes gewürdigt werden und einen festen Platz im Garten erhalten sollte.

veröffentlicht am 16.07.2015 um 15:06 Uhr

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Eines haben die Johanniskräuter alle gemeinsam: Sie blühen gelb, goldgelb, sonnengelb, limonengelb, orangegelb… – je nach Art und Sorte vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Das klassische und noch am ehesten bekannte Hypericum perforatum ist eine ausdauernde Staude, die komplett winterhart ist und zurzeit in Blüte steht. Obgleich es als leuchtende Schönheit sogar halbschattige Orte aufhellen kann, muss doch auch vor dem Johanniskraut gewarnt werden, weil es in der Lage ist, sich mehr als gewünscht in Selbstaussaat zu ergehen. Dann taucht es irgendwann hier und irgendwann dort auf. In einem naturnah gestalteten Garten mag das von Vorteil sein, weil es Bienen und Schwebfliegen anzieht, und ein bisschen aus den Fugen geratene Fröhlichkeit schadet sicher auch dem angestrengtesten Garten nicht. Aber sollte es die Struktur im Staudenbeet zerstören, wo Rudbeckia-Sonnenhut, Anis-Ysop, Indianernesseln und viele andere Stauden zu ihrer Entfaltung kommen sollen, dann ist es Zeit, die Ausbreitung des Johanniskrauts einzudämmen. Das ist schwierig genug: Es verwurzelt sich stark und bildet kräftige Horste; es allein mit den Händen herausziehen zu wollen, funktioniert nicht. Der Wurzelstock muss komplett ausgegraben werden mithilfe von Rosengabel, Spaten oder Handspaten.

Dort, wo das Johanniskraut stehen bleiben soll, kann man es gut im Zaum halten, wenn die trockenen Blütenstände vor der Versamung abgeschnitten werden. Hübscher Nebeneffekt: Das höher wachsende Johanniskraut Hypericum perforatum (bis ein Meter) neigt zum Auseinanderfallen. Ein Erziehungsschnitt erhält die kompakte Wuchsform.

Die schönsten Johanniskräuter:

Hypericum beanii ist ein immergrüner Strauch, der bis zu zwei Meter Höhe erreicht Seine weit überhängenden Äste mit kleinen, goldgelben Blüten, die sich ab Juni entfalten, sehen sehr apart aus. Hier ist sogar eine Sorte gezüchtet worden, die es schon zu einigermaßen gutem Ruf gebracht hat: ’Gold Cup‘

Hypericum calycinum ist ein Halbstrauch und bleibt mit 40 Zentimetern sehr niedrig. Diese kriechende Art kommt mit fast allen, auch weniger guten Böden zurecht und verbreitet sich beispielsweise auch als hübscher Teppich unter anderen Gehölzen.

Hypericum androsaemum ’Orange Flair‘ ist auch als „Mannsblut“ bekannt. Gelborange sind seine Blüten. Diese Sorte ist immergrün und daher auch für die Wintermonate ein optischer Leckerbissen.

Hypericum monogynum ist ebenfalls eine Strauch-Art, deren Wert vor allem in der sehr lang anhaltenden Blütezeit von Juni bis September zu erkennen ist. Dieses Gehölz wird bis anderthalb Meter hoch und hat kräftige, ledrige, dunkelgrüne Blätter.

Hypericum ’Hidcote‘ – ein sehr hübsches Johanniskraut-Gehölz. Goldgelbe Blüten stehen eng vom Hochsommer bis in den Frühherbst beieinander, sind fünf Zentimeter groß. Weil der Strauch kompakt wächst, einen Meter hoch und auch nur ebenso breit wird, eignet er sich auch für kleine Gärten.

Hypericum perforatum ist das Echte Johanniskraut. Es handelt sich um eine Staude, die als Heilkraut geschätzt wird. Zerreibt man die Knospen, tritt Hypericin aus, das rötlich färbt. Es ist das „Blut des heiligen Johannis“. Blüten und Blätter können als Teemischung aufgegossen werden, aber weil die Pflanze als schwach giftig eingestuft ist, sollten höhere Dosierungen vermieden werden. In Griechenland ist es Brauch, die Blüten in Olivenöl einzulegen.

Hypericum polyphyllum ’Grandiflorum‘ ist das Zwerg-Johanniskraut. Es wird im Steingarten effektvoll eingesetzt.



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