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Die Erdbeere und ihre wäldliche Seele

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Wer mag bei all der opulenten Früchtepracht schon glauben, dass die Erdbeere als besonders süße Leckerei ganz, ganz klein angefangen hat? Die Garten-Erdbeeren, die heute als vitaminhaltige Gaumenschmeichler im Verkauf sind oder in Reihen im eigenen Beet stehen, sind allesamt Hybriden, die erst im 19. Jahrhundert aus der Kreuzung von Virginischer Erdbeere (Fragaria virginiana) und Chile-Erdbeere (F. chiloensis) hervorgetreten sind. Unsere Vorfahren hingegen kannten solche vergleichbaren riesigen Erdbeeren nicht; sie sammelten die Wald-Erdbeeren (F. vesca) und pflanzten sie auch in den eigenen Gärten, ohne sie aber weiter zu kultivieren – und diese süßen Roten gibt es heute noch! Viel, viel kleiner, eher in Himbeergröße, potenzieren sich hier Geschmack und Süße gar köstlich. Ein großer Genuss, nicht in Masse, sondern eher als Garnitur für Salate, Joghurt oder für zwischendurch, bei dem noch dazu nicht auf Fruchtfolgen und Dünger geachtet werden muss; diese Wild- und Wald-Erdbeeren verstehen es, sich via Ausläufertriebe vorzüglich selber weiterzuentwickeln und „robben“ sogar in Staudenbeeten, was wild enden kann… Sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten bilden sie Ausläufer und tragen von Juni bis in den September hinein. Als zusätzlicher Bodendecker unter Gehölzen eine kluge Wahl.

veröffentlicht am 11.06.2015 um 14:52 Uhr

sas



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