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Kleine Schwester der Aloe

Bulbine frutescens – eine Pflanze mit kühlendem Gel

Auf den ersten Blick ist die Katzenschwanzpflanze unscheinbar. Die sukkulenten Blätter, röhrenartig stehend, haben es aber in sich, weil sie ein Gel mit antibakterieller Wirkung enthalten. Diese Tatsache hat der Bulbine (Bulbine frutescens) auch den beiläufigen Namen „Erste-Hilfe-Pflanze“ eingebracht, weil bei kleinen Verbrennungen, Kratzern und verschiedensten Wehwehchen die kühlende, heilende Wirkung dieses Gels von Vorteil ist.

veröffentlicht am 25.07.2021 um 12:00 Uhr

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Die Anwendung ist denkbar einfach. Man schneidet ein Blatt ab und quetscht das Gel heraus, um es auf die betroffene Hautstelle aufzutragen. Zum Einsatz kommt dieses Gel zum Beispiel auch bei Insektenstichen und Sonnenbrand. Letztlich funktioniert es genauso wie bei der Aloe Vera, deren kühlende, mildernde Wirkung bekanntermaßen seit Jahrzehnten für gute Ergebnisse sorgt. Sicher ersetzt die Bulbine keine Aloe, ist als zusätzliche Hausapothekenpflanze aber durchaus zu empfehlen.

Reizvoll ist ihre optische Wirkung. Eigentlich eine typische Topfpflanze für den Wohnraum, sorgen die sukkulenten Röhren und die gelborangefarbenen Blüten auch im Beisein von Stauden und Einjährigen für ein schönes Bild im Beet. Den weserbergländischen Winter wird die Ersatz-Aloe freilich nicht überleben, die bei unter minus drei Grad erfriert – hier ergeben sich dann zwei Möglichkeiten.

Die eine: Die Bulbine wird im Frühling ins Beet ausgepflanzt (sonnig, durchlässige, normale Erde, eher trockener Standort) und vor dem Frost wieder in den Topf gesetzt, um sie im Haus zu überwintern. Die andere: Der Wurzelballen der Bulbine, die in aller Regel schnell und vital wächst, wird schon beim Auspflanzen geteilt, sodass zwei oder mehr Pflanzen entstehen. Mindestens eine verbleibt im Topf, während andere ausgepflanzt werden und auch im Herbst nicht mehr dem Garten entnommen werden. Sind die Winter mild, kann die Bulbine draußen durchaus überleben.

Eine Zimmerpflanze mit Potenzial für draußen also; ein gern gesehener Gast aus Südafrika. Vielen Menschen ist diese Blume dennoch unbekannt. Das darf sich ruhig ändern, denn neben der antibakteriellen und kühlenden Wirkung ihres Innenlebens sorgt sie mit einem hochinteressanten Wuchsbild für Abwechslung – sowohl im Beet als auch auf der Fensterbank.

Neben den „Röhren“ sind es vor allem die sternenförmigen Einzelblüten, die in leuchtendem Gelb bis strahlendem Orange an langen Stielen erscheinen und – in lockeren Trauben sich bildend – tatsächlich der Form eines Katzenschwanzes ähneln. Diese Blüten entwickeln sich gut, je besser der Boden dräniert ist. Zu feuchte Erde oder gar Staunässe würden der Bulbine nicht gefallen. Wasser benötigt sie dennoch, aber eben in Maßen. Und sonnig muss der Standort sein; gilt für den Garten ebenso wie für den Platz am Fenster.

Wer einmal im Monat dem Gießwasser etwas Dünger beimischt, tut der Bulbine Gutes. Die weiteren Pflegemaßnahmen sind überschaubar. Pflanzen, die im Topf oder Kübel stehen, sollten alle zwei Jahre frische Erde bekommen, am besten Sukkulentenerde, die es im Fachhandel gibt.



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