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Am morgigen Mittwoch, 14. November, ist Weltdiabetestag

„Zucker“ ist mehr als nur ein Süßungsmittel

Das Wort „Zucker“ hat für immer mehr Menschen alles andere als einen süßen Klang: Die Zahl der Diabetiker steigt rasant. Derzeit wird in Deutschland der Anteil der Erwachsenen mit bekanntem Typ 2 Diabetes auf sieben bis acht Prozent geschätzt. Laut einer aktuellen Prognose der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) wird sich die Anzahl der Erwachsenen mit Diabetes im Jahr 2030 um 580 000 Personen auf insgesamt 5,6 Millionen erhöhen. Viele Menschen leiden bereits an Vorstadien dieser Stoffwechselerkrankung, von denen sie nichts ahnen. Weil auch zunehmend junge Menschen betroffen sind, wird Vorbeugung wichtiger denn je. Der Weltdiabetestag am morgigen Mittwoch, 14. November macht daher darauf aufmerksam.

veröffentlicht am 12.11.2012 um 16:57 Uhr

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Die alten Griechen haben es „Diabetes mellitus“ genannt – „honigsüßer Durchfluss“. Es beschreibt die Tatsache, dass bei Diabetikern der Blutzuckerspiegel steigt, sodass sie Zucker im Urin ausscheiden. Die Ursache dafür: Die Körperzellen sind nicht mehr in der Lage, den Zucker zu Energie zu verbrennen. Denn für diesen Vorgang brauchen sie das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse entsteht. Bei Diabetikern, die vom Typ 1 der Krankheit betroffen sind, werden die Insulin produzierenden Zellen von körpereigenen Abwehrstoffen zerstört. Rund 95 Prozent aller Zuckerpatienten haben aber den Typ 2-Diabetes. Ihr Organismus wird im Lauf der Zeit immer unempfindlicher gegenüber Insulin, sodass sich der Blutzuckerspiegel ständig erhöht. Mit fatalen Folgen: Schon im frühen Stadium kann der Diabetes die Gefäße schädigen. Und das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöht sich. „Zucker“ gilt als eine typische Wohlstandskrankheit, verursacht vor allem durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung – aber auch durch eine familiäre Veranlagung. Wer zu Übergewicht neigt und Krankheitsfälle innerhalb der Familie hat, sollte sich regelmäßig vorsorglich testen lassen, empfiehlt der Diabetologe Dr. Werner Kleophas. Denn wer nicht körperlich aktiv ist, neigt schnell zu Übergewicht und ist damit ein potenzieller Diabetes-Kandidat. Das Diabetes-Programm Deutschland zeigt, wie wirksam professionelles Lauftraining in diesem Zusammenhang ist: 89 Männer und Frauen mit Diabetes nahmen nach einer mehrmonatigen Vorbereitung an verschiedenen Marathonläufen in 2012 teil und haben ihre Gesundheitswerte durch den Sport deutlich verbessert. Viele der Teilnehmer mit Diabetes-Typ-2 konnten ihre Medikamente drastisch reduzieren und einige sogar ganz absetzen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ernährung: Wer sich für fettarme und ballaststoffreiche, vollwertige und gesunde Mischkost entscheidet und sich gleichzeitig regelmäßig bewegt, kann schnell fünf bis zehn Kilogramm abnehmen und dadurch weitgehend normale Blutzuckerwerte erreichen. Professor Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum empfiehlt, auf Fertigprodukte zu verzichten und wenig Zucker zu sich zu nehmen. djd

Diabetiker müssen ihre Glukosewerte regelmäßig kontrollieren und mit ihrem Arzt besprechen.

Foto: djd/diabetes-behandeln.de/thx



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