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Die Folgen des demografischen Wandelns – und was wir tun können

Zahl der Pflegebedürftigen steigt bis 2030 um 50 Prozent

Wie Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, kann durch den absehbaren demografischen Wandel in Deutschland die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,2 Millionen im Jahr 2007 auf 2,9 Millionen im Jahr 2020 und etwa 3,4 Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Die Zunahme bis zum Jahr 2020 dürfte somit 29 Prozent und bis 2030 sogar rund 50 Prozent betragen. In einer langfristigen Betrachtung bis 2050 ergibt sich sogar eine Verdopplung der Zahl der Pflegebedürftigen auf 4,5 Millionen Menschen!

veröffentlicht am 02.02.2011 um 17:26 Uhr

Pflegefall in der Familie – eine schwierige Entscheidung: Kann man diese Aufgabe selbst bewältigen und muss ein Seniorenhe

Ursache für diese Zunahme ist die steigende Zahl älterer Menschen. Nach den Ergebnissen der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung wird die Zahl der 80-Jährigen und Älteren bis 2030 von 4,1 Millionen (2009) auf voraussichtlich 6,4 Millionen ansteigen. 2050 könnte diese Altersgruppe sogar schon 10,2 Millionen Personen umfassen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in diesem Alter würde dabei von 1,2 Millionen auf rund 2,2 Millionen im Jahr 2030 zunehmen (2050: 3,5 Millionen).

Die veränderte Altersstruktur ist für die Gesellschaft insgesamt eine große Herausforderung. Sollten die vorliegenden Zahlen annähernd zutreffen, würden die bisher vorhandenen Plätze in Alten- und Seniorenheimen nicht ausreichen. Neue Seniorenwohnsitze entstehen; es kommt viel Bewegung in dieses Marktsegment. Andererseits äußern viele jüngere Menschen (siehe Grafik oben) den Wunsch der Betreuung durch die eigene Familie, wenn sie selbst zum Pflegefall werden würden. Die Crux: Immer mehr Menschen sind länger berufstätig, um ihren Broterwerb zu sichern, und haben daher keine Chance, ihre Angehörigen selber zu pflegen.

Die Belastung durch die Pflege ist groß. Konkretes Beispiel: die Pflege eines Alzheimer-Angehörigen. Laut einer Untersuchung der Universität Utah (USA) haben Ehepartner von Demenzkranken ein erhöhtes Risiko, ebenfalls dement zu werden, berichtet die „Apotheken Umschau“. Die Wissenschaftler verfolgten zwölf Jahre lang die Gesundheit von 1500 Ehepaaren. Bei den Studienteilnehmern ohne dementen Partner erkrankten zehn Prozent an einer Demenz, während es in der Gruppe mit erkranktem Partner 15 Prozent waren.

Vermutet wird von den Wissenschaftlern, dass der Stress der Pflege die Partner anfälliger macht für die Erkrankung. Mehr Unterstützung und Entlastung könnte sie davor schützen, später selbst zum Pflegefall zu werden. ots/jlg

Eine Checkliste zur Auswahl des Pflegeheims finden Sie auf Seite 7 dieser Ausgabe.



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