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Wer bei Pflanzen, Sitzgelegenheiten und Bodenbelag auf die Auswahl achtet, genießt das eigene Territorium viel mehr

Wenn der Garten Freude macht – anstatt Arbeit

Bei aller Liebe zum Garten: Die dazugehörige Arbeit wird – besonders von älteren Menschen – nicht immer nur als Entspannung empfunden. Je nach körperlicher Verfassung kann die eigentlich beglückende Arbeit auf die Dauer als recht beschwerlich wahrgenommen werden. Wer auf den Ausgleich, den die Gartenarbeit bietet, auch in zunehmendem Alter nicht verzichten möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen.

veröffentlicht am 05.05.2010 um 16:20 Uhr

Eine kleine Sitzgruppe im eigenen Garten sorgt für eine paar ent

Mit der richtigen Pflanzenauswahl könne Arbeit reduziert werden, sagt Simon Herda, Gartenberater aus dem holsteinischen Seth. „Beerensträucher werden mittlerweile als rückenfreundliche Hochstämme angeboten, Obstbäume auf schwach wachsenden Unterlagen bleiben deutlich kleiner.“ So könne ohne Leiter geerntet werden. Denn wie im Haushalt berge auch im Garten der Einsatz von Steighilfen das größte Unfallrisiko. „Ein Hochbeet ist nicht nur leichter zu bearbeiten“, sagt der Norddeutsche „es gibt dem Garten eine zusätzliche vertikale Struktur.“

Ein Staudenbeet erfreut jedes Jahr aufs Neue, ganz ohne jahreszeitliche Neupflanzungen. Der Staudenexperte Volker Eschenbach empfiehlt den Fundus der Duftpflanzen auszuschöpfen: „Gerade im Alter sollte man diesen sinnlichen Aspekt hervorheben. Nicht nur Rosen und Lavendel, auch Stauden wie Monarden und Duftnesseln, Nachtviolen und Steinkraut oder ein begehbarer Duftrasen aus Teppichkamille lassen einen die Stunden im Garten besonders genießen.“ Und wer geschickt plane, erhalte pflegeleichte Flächen, die Unkräutern wenig Chance ließen.

„Damit alle Gartenwinkel auch später noch gut begehbar sind, ist auf trittsichere Beläge und sanfte Steigungen zu achten“, ergänzt Landschaftsarchitekt Wolfgang Aldag. Holz werde in nassem Zustand zum Beispiel schnell schlüpfrig, könne aber mit einer Auflage aus Hasendraht sicherer gemacht werden, erzählt seine Kollegin Katja Richter. „Wer auf die romantische Wirkung von Kiesflächen nicht verzichten will, kann diesen mit einem Unterbau aus Kunststoffwaben stabilisieren.“ Ein Geländer an der richtigen Stelle biete nicht nur zusätzliche Sicherheit, es könne auch sinnvoll als gestalterisches Element eingesetzt werden.

Nicht zuletzt sollte an ausreichende Ruheplätze gedacht werden, meint Katja Richter. Und eine Mauer sei immer wieder die ideale Lösung: „Das ansprechend gestaltete Bauwerk kann als spontane Sitzgelegenheit genutzt werden. Sie wirkt dadurch viel ungezwungener als eine feste Sitzgruppe.“

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