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Es trifft Familien immer unvorbereitet

Plötzlich ist man ein Pflegefall…

Ein Unfall, ein Sturz, ein Infarkt – das alles trifft Familien immer unvorbereitet. Mit zunehmendem Alter wächst die Zahl der Pflegefälle; dennoch tritt auch bei jüngeren Menschen diese Situation ein, etwa nach einem schweren Verkehrsunfall oder einer Krankheit mit folgender körperlicher oder geistiger Behinderung. Dann ist sie da, die Situation, in der schnelles Handeln erforderlich ist. Aber wie schnell können Betroffene handeln, die für diesen Fall nicht vorgesorgt haben?

veröffentlicht am 04.02.2010 um 07:59 Uhr

S. Hölscher

Vorsorge heißt noch nicht einmal, sich zusätzlich zu versichern. Vorsorge bedeutet zunächst, sich damit auseinanderzusetzen, wie das Leben aussehen soll, falls es Schlimmes passiert.

Wer von Pflegebedürftigkeit spricht, spricht vor allem von den Altersgebrechen, die sich früher oder später einstellen können. Stark eingeschränkte Mobilität oder Demenz können zum Beispiel die Gründe dafür sein. Jeder sollte sich die Frage stellen, ob er dann in einem familiären Netz aufgefangen wird oder er allein auf sich gestellt ist, und wenn ja, was dann zu tun ist. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben viele Fragen. Fragen, die mit professioneller Hilfe beantwortet werden können. Denn seit dem 1. Januar 2009 hat jeder Bürger – ob gesetzlich oder privat – Anspruch auf eine individuelle und kostenfreie Pflegeberatung. Das ist gesetzlich festgelegt.

Sigrun Hölscher ist Pflegeberaterin. Sie sagt: „Die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, dass sie eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen können. Und demzufolge schöpfen sie den Leistungsumfang, der gesetzlich ja gegeben ist, auch nicht voll aus.“

Oft sind es die Angehörigen, die sich an die gelernte Krankenschwester wenden. So möchte Familie Müller einen Treppenlift im Haus der Mutter einbauen lassen, damit diese dort wohnen bleiben kann. Die 87-Jährige kann die Treppen nicht mehr alleine bewältigen. In einem anderen Fall möchte Karin Meyer für ihre Mutter, die zurzeit von einem Pflegedienst betreut, dass dauerhaft jemand bei der Mutter wohnt und diese unterstützt. Und Familie Schulz sorgt sich um den Großvater, der seit kurzer Zeit nur noch sehr eingeschränkt laufen kann. Wie wird die Pflegestufe beantragt?

Bei der Umsetzung all dieser Anliegen hilft Sigrun Hölscher im Auftrag der Compass-Pflegeberatung GmbH, eine Tochtergesellschaft des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Denn: „Der gesamte Pflegebereich ist ein Dschungel. Ohne Beratung verirrt man sich“, sagt Sigrun Hölscher, deren Zuständigkeitsbereich – deutschlandweit sind rund 200 Compass-Pflegeberater unterwegs – unter anderem den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont umfasst. „Wir kommen zu den Klienten und beraten sie in ihrem häuslichen Umfeld, dem Krankenhaus, einer Pflege- oder auch Reha-Einrichtung“, sagt sie.

Und der Beratungsbedarf wächst. Von Fall zu Fall fällt er höchst unterschiedlich aus, aber immer mehr Menschen brauchen im Tarif- und Pflegedienstdschungel Orientierung. Das betrifft vor allem auch die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen. „Sie wissen oft gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt – nicht nur Möglichkeiten der Pflege, sondern auch der Finanzierung“, sagt Sigrun Hölscher.



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