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Wie sich Angehörige auf diese schwierigen Zeiten vorbereiten können

Plötzlich ein Pflegefall – und eine große Herausforderung

Etwa zweieinhalb Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland auf Pflege angewiesen, bis 2050 könnte diese Zahl auf 4,5 Millionen steigen. Insofern werden fast alle Bundesbürger früher oder später mit dem Thema konfrontiert sein – entweder als Pflegebedürftige selbst oder als diejenigen, die sich um Eltern oder andere Angehörige kümmern müssen. Vorbereitet ist auf eine solche Situation kaum jemand.

veröffentlicht am 06.03.2012 um 12:53 Uhr

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Manchmal baut ein alter Mensch zwar allmählich ab – der Eintritt des Pflegefalls und der Verlust der Selbstständigkeit kommen dann trotzdem überraschend. Oftmals aber tritt der Pflegefall aus heiterem Himmel ein, beispielsweise nach einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder nach einem Sturz. Die Angehörigen müssen nun unter großem Zeitdruck wichtige Entscheidungen treffen. Besser ist es, sich rechtzeitig zu informieren. So kann man gemeinsam überlegen, wie die Eltern möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können und ob hierfür beispielsweise bauliche Veränderungen nötig sind. Ob die Kinder berufliche Abstriche machen wollen, um selbst zu pflegen, oder ob externe Hilfe erforderlich ist.

Private Zusatzpolicen bieten Schutz, da sie helfen, die Deckungslücke zwischen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten zu schließen. Besonders kritisch ist die finanzielle Situation im Demenzfall. Viele Betroffene sind zunächst noch nicht körperlich pflegebedürftig und erhalten damit keine typischen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Mit einer privaten Zusatzversicherung kann man sich zumindest gegen die finanziellen Folgen einer Demenzerkrankung privat absichern. Wird beim Versicherten eine Demenz mindestens mittleren Grades ärztlich attestiert, zahlt der Versicherer bis zum Lebensende monatlich bis zu 600 Euro. Das Geld kann als Aufwandsentschädigung für pflegende Angehörige oder zur Inanspruchnahme einer Tagespflege verwendet werden.

Durch Krankheit, Unfall oder eben durch Demenz werden viele Menschen im Alter unfähig, den eigenen Willen eigenverantwortlich zu artikulieren. Aber gerade in solchen Notsituationen gilt es, existenzielle Fragen beantworten zu können. Viele Menschen wollen diese Fragen geregelt wissen und auch den Angehörigen ein quälendes Szenario ersparen. Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person des eigenen Vertrauens ermächtigt zu handeln, falls man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Und in einer Patientenverfügung lässt sich festlegen, welche Behandlungen gewünscht werden beziehungsweise wann der Punkt gekommen ist, an dem man keine lebensverlängernden Therapien mehr möchte.



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