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3000 Euro – fast schon normal

Pflege tut not – die Vorsorge erst recht!

Weserbergland. Fürwahr sollte die Pflege den Angehörigen pflegebedürftiger Menschen lieb und teuer sein. In erster Linie ist sie aber leider erst mal teuer, und das stellen Betroffene erst fest, wenn der Pflegefall in der familiären Umgebung endgültig eingetreten ist. Kosten von über 3000 Euro pro Monat sind keine Ausnahme. Die Frage, ob diese oder höhere Summen gerechtfertigt sind, stellt sich weniger als jene nach der Finanzierung. Viele Familien – ob Angehörige oder Pflegebedürftige – können so viel Geld nicht aufbringen.

veröffentlicht am 04.02.2010 um 07:53 Uhr

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Autor:

Jean LeGrand

Wer im Pflegefall auf Betreuung zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung angewiesen ist, hat in der Regel Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Häufig reicht diese Grundsicherung jedoch nicht aus und es kommt zu finanziellen Engpässen. Der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung kann dann die Lücke zwischen den Leistungen der Pflegepflichtversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten schließen. Bei der Entscheidung für die richtige Pflegezusatzversicherung hilft ein kostenloser Vergleich, den die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit eingerichtet hat. Verbraucher erhalten einen Überblick über Kosten und Leistungen der privaten Zusatzversicherung und können besser bewerten, ob und wann zum Beispiel Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung sinnvoll ist. Mehr dazu in den Geschäftsstellen der Verbraucherzentralen und unter der Internetadresse www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/pflegeversicherungen.

Die Absicherung tut unbedingt not. Die Gesellschaft in Deutschland altert zusehends. Die seit Jahrzehnten sinkenden Geburtenzahlen und die beständig steigende Lebenserwartung führen zu einer drastischen Veränderung des Verhältnisses zwischen jüngerer und älterer Generation. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung reduzierte sich zwischen 1960 und 2005 von 28,4 auf 20,0 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren, von 17,4 auf 24,9 Prozent.

Über zwei Millionen Menschen werden in Deutschland zurzeit pflegerisch in unterschiedlichsten Stufen und Formen betreut. Rund 240 000 Menschen arbeiten bundesweit bei ambulanten Pflegediensten. 88 Prozent der Altenpfleger, Krankenschwestern, Zivildienstleistenden und ungelernten Hilfskräfte sind Frauen, berichtet die „Apotheken Umschau“ und beruft sich dabei auf die „Pflegestatistik 2007“ des Statistischen Bundesamtes. Mehr als zwei Drittel von ihnen arbeiten Teilzeit. Die Nachfrage steigt stetig, allein von 2005 bis 2007 um sieben Prozent.

Die Folgen einer demenziellen Erkrankung sehen in der Karikatur noch lustig aus, können im Alltag allerdings zu einer großen Belastung für die Angehörigen werden. Fotos: djd/KarstadtQuelle Versicherungen

In den meisten Fällen sind es jedoch Familienangehörige, die sich bemühen, den Pflegebedürftigen einen möglichst gewohnten Lebensablauf zu erhalten, die sich bemühen, das Leben für Pflegebedürftige einfacher und lebenswerter zu gestalten. Die körperliche und psychische Belastung für Pflegende ist enorm.

In Deutschland ist die Familie immer noch die wichtigste Institution bei der Pflege von Angehörigen. „Man kann hier mit Fug und Recht vom größten Pflegedienst der Nation sprechen“, sagt auch der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt. Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden heute zuhause gepflegt. 68 Prozent der pflegenden Angehörigen von ihnen müssen die Pflege mit einer eigenen Berufstätigkeit in Einklang bringen. Dabei können die belastenden Auswirkungen des Pflegens erheblich sein: Schwere Beeinträchtigungen von Gesundheit und Lebensqualität, soziale Isolation, familiäre Konflikte und finanzielle Schwierigkeiten gehören zu den zu beobachtenden Problemen in den Familien.

Deshalb ist es wichtig, auch den pflegenden Angehörigen Angebote zu schaffen, die sie entlasten. „Urlaub von der Pflege“ ist wichtig. Jeder hat darauf Anspruch.

Einen Wegweiser zum Thema Pflege finden Sie, liebe Leser, im Innenteil auf den Seiten 36 und 37.

Rund eine Million der etwa 2,2 Millionen Pflegebedürftigen werden zu Hause von den Angehörigen betreut.



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