weather-image
Fahrzeuge, Einsätze, Aufwandsentschädigung

Zahlen und Fakten rund um die Feuerwehr

HAMELN-PYRMONT. Die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick: Wer schon immer wissen wollte, wie viele Feuerwehren es im Landkreis gibt, mit wie vielen Fahrzeugen diese unterwegs sind und wie viele Einsätze es im Durchschnitt pro Woche gibt, findet hier die Antworten darauf - und noch auf vieles mehr.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 16:43 Uhr
aktualisiert am 07.12.2017 um 21:11 Uhr

270_0900_72760_Feuerwehr.jpg
Karen Klages

Autor

Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

115
aktive Freiwillige Feuerwehren gibt es im Landkreis Hameln-Pyrmont. Erstmals in der Geschichte gibt es eine gewollte Fusion: Die Freiwilligen Feuerwehren aus Selxen und Königsförde wollen zukünftig als Ortswehr Königsförde-Selxen gemeinsame Wege gehen. Die Entscheidung, die Ortswehren von Königsförde und Selxen zusammenzulegen, sei aus den beiden Wehren heraus getroffen worden, wie Aerzens Gemeindebrandmeister Friedhelm Senke betont, der den zukunftsorientierten Schritt der beiden Feuerwehren unterstützt. Neben dieser Fusion könnte es allerdings auch einige Schließungen geben: In Luttringhausen (Bad Münder) beispielsweise gebe es nur noch zwei aktive Feuerwehrleute – zu wenig, um eine Ortsfeuerwehr am Leben zu halten, wie Frank Wöbbecke erklärt. „Eine Einsatzabteilung muss schon vor Ort sein“, erklärt der Kreisbrandmeister. In einigen Jahren könnte es so sein, dass bestehende Feuerwehren für einen größeren Bereich zuständig sein werden – wenn eben mehr und mehr Feuerwehren geschlossen werden müssten.

32

Kinderfeuerwehren gibt es mit Ende des Jahres 2017 im Landkreis Hameln-Pyrmont. 2006 gab es nur ganze zwei. Die 432 sechs- bis zehnjährigen Nachwuchsbrandschützer werden spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt. Und das mit Erfolg: „Im Alter von zehn Jahren sind viele Kinder schon in anderen Bereichen aktiv. Um mitzuhalten, haben wir in den vergangenen Jahren dieses Angebot geschaffen“, berichtet Wöbbecke nicht ganz ohne Stolz. Viele Spiele, ein wenig Brandschutzlehre und auch ein bisschen Praxis: „Allerdings sind die Kinder hinsichtlich ihrer Tätigkeiten begrenzt“, erklärt der Experte. So dürfen sie keine schweren Gegenstände tragen, aber mit der Kübelspritze üben. Im Vordergrund soll der Spaß stehen: So hat auch schon ein erstes Kinderkreiszeltlager stattgefunden. „Das ist ein Selbstläufer, wenn wir Potenzial haben“, unterstreicht Wöbbecke die Bedeutung dieser Nachwuchsarbeit. „Wir unterstützen daher wo wir können“, so Wöbbecke. Es komme natürlich darauf an, Betreuer zu finden.

836
Jugendfeuerwehrleute werden im Landkreis zum Nachwuchs gezählt. Zum Vergleich: Vor rund zehn Jahren waren es noch 1139. Hier macht sich der derzeit fehlende Nachwuchs besonders bemerkbar. Aber: „Die Zahlen gehen wieder hoch“, erklärt Wöbbecke. In der Jugendfeuerwehr sind Zehn- bis 18-Jährige aktiv: Mit 16 Jahren können die Nachwuchsbrandschützer an Einsätzen teilnehmen.

38

Beschäftigte zählt die hauptamtliche Wachbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Hameln. Diese Feuerwehrkräfte sind hauptberuflich aktiv. Ihr Arbeitgeber ist die Stadt Hameln. Sie arbeiten mit sechs bis acht Personen im Schichtdienst und besetzen zwei bis drei Rettungswagen, ein Löschfahrzeug, die Drehleiter und einen Rüstwagen. Die Fahrzeuge stehen auf dem Gelände an der Ruthenstraße, wo die Feuer- und Rettungswache der Stadt Hameln ihren Sitz hat. Im obersten Geschoss des Gebäudes ist die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland zu finden. Träger ist hier der Landkreis Hameln-Pyrmont. Untergebracht sind hier neben der Polizei die Feuerwehr-Leitstellen für die Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie die Rettungsleitstellen der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie der Stadt Hameln.
153
Löschfahrzeuge stehen den Einsatzkräften im Landkreis zur Verfügung. Vor zehn Jahren waren es 146. Vier Hubrettungsfahrzeuge zählt die Statistik: Zwei stehen in Hameln, eins in Bad Münder und eins in Bad Pyrmont. 14 Rüst- und Gerätewagen, 25 Einsatzleitwagen, vier Rettungswagen, sechs Boote, eine Drohnenstaffel, 17 Anhänger, zwei Wechselladefahrzeuge und 52 sonstige Mannschaftstransportwagen, Lkw oder ABC-Erkunder gehören zum Repertoire. Zwei Schlauchwagen mit je 2000 Metern Schlauchlänge sowie mittlerweile auch zwei Dekontaminations-Lkw und eine Notfall-Station sind jederzeit einsatzbereit. Je nach Fahrzeug können 600 bis 3000 Liter Wasser mitgeführt werden. „Es gibt hier nur ein paar Ecken im Landkreis, wo es knapp wird mit Wasser“, erklärt Frank Wöbbecke. Letztlich hänge die Menge Wasser , die benötigt werde, auch immer davon ab, was brenne. „In den Städten gibt es eine gute Netzwasserversorgung durch die Hydranten.“

6
Werkfeuerwehren gibt es im Landkreis Hameln-Pyrmont. Von den insgesamt 232 Werkfeuerwehrleuten ist ein Feuerwehrmann hauptberuflich im AKW Grohnde beschäftigt. Laut Wöbbecke nimmt die Werkfeuerwehr des AKW mit ihren 118 Mitgliedern eine Sonderstellung ein. Wenn es irgendwo brennt, können Freiwillige Feuerwehrkräfte teilweise auf die Hilfe der anderen fünf Werkfeuerwehren setzen: Bei der Aerzener Maschinenfabrik sind es 48, beim BHW 21, bei Haworth 17, bei Lenze 23 und bei HO Logistik fünf Mitglieder in der Werkfeuerwehr.Werkfeuerwehren gibt es im Landkreis Hameln-Pyrmont. Von den insgesamt 232 Werkfeuerwehrleuten ist ein Feuerwehrmann hauptberuflich im AKW Grohnde beschäftigt. Laut Wöbbecke nimmt die Werkfeuerwehr des AKW mit ihren 118 Mitgliedern eine Sonderstellung ein. Wenn es irgendwo brennt, können Freiwillige Feuerwehrkräfte teilweise auf die Hilfe der anderen fünf Werkfeuerwehren setzen: Bei der Aerzener Maschinenfabrik sind es 48, beim BHW 21, bei Haworth 17, bei Lenze 23 und bei HO Logistik fünf Mitglieder in der Werkfeuerwehr.

3
Einsätze pro Woche fährt die Ortsfeuerwehr der Stadt Bad Pyrmont im Durchschnitt in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich. Die Ortsfeuerwehr in Holzhausen ist mit zwei Einsätzen in der Woche auch noch recht aktiv gegenüber den anderen Feuerwehren aus den Pyrmonter Ortsteilen, die drei- bis viermal im Jahr in ihrem Zuständigkeitsbereich ausrücken. Je mehr Einwohner auf einem Fleck, desto mehr Einsätze entstehen dort. Dass Holzhausens Ortswehr so aktiv ist, erklärt Wöbbecke damit, dass hier die Türöffnungsgruppe zu finden ist. Unterschieden wird bei den Einsätzen zwischen Bränden und Hilfeleistungen: Zu den Hilfeleistungen zählen unter anderem eben die Türöffnung, Keller auspumpen und die Hilfe bei einem Verkehrsunfall. Neben 95 Hilfeleistungen im Jahr 2016 gab es im gesamten Stadtgebiet von Bad Pyrmont 61 Brände und 157-mal böswilligen oder falschen Alarm. Darüber hinaus werden die Ortsfeuerwehren auch in Nachbarorte hinzu alarmiert, sodass die tatsächliche Anzahl der Einsätze höher liegt. Manche Ortsfeuerwehren übernehmen innerhalb ihrer Gemeindefeuerwehr auch Sonderaufgaben: So sind beispielsweise die Ortsfeuerwehren Hamelspringe und Amelgatzen für die Atemschutzüberwachung zuständig. In Kirchohsen findet sich die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises.

70
Euro erhält Hilligsfelds Ortsbrandmeister Thorsten Blascheck monatlich als Aufwandsentschädigung. Seit 40 Jahren ist er in der Feuerwehr, seit über 20 Jahren bei Radio Schulz in Afferde tätig. Sein Arbeitgeber unterstützt seine Tätigkeit als Ortsbrandmeister. „Wenn es mal länger dauert, gibt es die Info an die Firma“, sagt der Elektromeister. So wie beim Großbrand in Hilligsfeld: Als er im Januar 2014 die ganze Nacht vor Ort ist, bleibt er am nächsten Tag zuhause. „Um die Ruhezeiten einzuhalten“, wie er sagt. 24 Stunden sind der Ortsbrandmeister und seine Kameraden über den Meldeempfänger erreichbar; zwischen 6 und 18 Uhr werden über die Rufgruppengemeinschaft die Ortsfeuerwehren Hilligsfeld, Afferde, Hastenbeck und Tündern zusammen alarmiert, „um mehr Personal zu erreichen“. Die Freiwilligen aus Hilligsfeld werden auch per SMS informiert. „Das zahlen wir aus eigenen Mitteln. Wir erreichen damit wesentlich mehr Leute“, sagt der Ortsbrandmeister. Eine Beschränkung, wie lange Blascheck für Einsätze fern bleiben darf, gibt es bei ihm nicht. Auch für Lehrgänge und Fortbildungen stellt sein Arbeitgeber ihn frei. Dafür erhält Radio Schulz dann eine Ausfallentschädigung. Blascheck weiß es zu schätzen, dass sein Arbeitgeber ihm entgegenkommt. „Das Ehrenamt ist generell positiv behaftet“, sagt er.

3231
Freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen sind im Landkreis Hameln-Pyrmont aktiv. Vor zehn Jahren waren es noch 3600 Aktive. Dass diese Zahl gesunken ist, führt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke auf das altersbedingte Ausscheiden einiger Feuerwehrleute (bis 63 Jahre darf man aktiv dabei sein) zurück. Zudem fehlt es an Nachwuchs. Diesem Problem stellt sich die Feuerwehr. „Wir hätten Probleme, wenn wir nichts tun, aber wir tun ja etwas.“ Insgesamt spricht Wöbbecke „von einem guten Durchschnitt“ im Landkreis Hameln-Pyrmont. Gemessen an den Einwohnern bräuchte man allerdings mehr Einsatzkräfte; gemessen an der Fläche weniger. „Denn die Anzahl der Einsätze steigt proportional zur Bevölkerung an“, so der Kreisbrandmeister. Immerhin: Mit 14 Prozent sei die Frauenquote vergleichsweise hoch.

40
Übungsstunden müssen die Freiwilligen pro Jahr absolvieren – so lautet die Vorgabe für die laufende Ausbildung. Diese teils auch theoretischen Stunden sind Pflicht. Der vierte Zug der Freiwilligen Feuerwehr Hameln, der in Rohrsen untergebracht ist, steht allerdings vor dem Problem, dass der Brandschutz an und im dortigen Feuerwehrhaus erneuert werden muss, damit diese Theoriestunden überhaupt abgehalten werden können – das sorgt für Diskussionen in der Politik. Denn Brandschutz kostet Geld. Dazu sagt Wöbbecke: „Nach Dienstvorschrift haben wir die Verpflichtung, Aus- und Fortbildung auch in Theorie zu betreiben, dazu brauchen wir Unterrichtsräume. Wenn wir diese nicht haben, stellt sich irgendwann die Frage, wann der Ortsbrandmeister seine Verantwortung zurückgibt.“ Neben den Einsatzkräften treffen sich auch die Kinder- und Jugendfeuerwehren, die Altersabteilung und der Musikzug im Feuerwehrhaus. „Es kommen so schon manchmal nicht alle unter. Das Problem ist bekannt, es ist aber kein gutes.“

*Alle Zahlen basieren auf den Erhebungen von Januar 2017 und stammen aus der Geschäftsstatistik der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare