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Ortsbrandmeister gibt nicht auf

Hat Eichenborns Feuerwehr eine Zukunft?

Es geht um viel bei den Feuerwehren: Fusionen, eine bessere Ausstattung, Brandschutz in den Feuerwehrhäusern, Nachwuchsprobleme – das sind Themen, die die Brandschützer und die Bevölkerung, die Politik und die Verwaltung beschäftigen. Auch unsere Zeitung beschäftigt sich in loser Reihenfolge damit. Heute geht es um die Freiwillige Feuerwehr Eichenborn.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 13:13 Uhr
aktualisiert am 07.12.2017 um 12:43 Uhr

Ortsbrandmeister Michael Eggert mit dem Einsatzfahrzeug seiner Wehr in Eichenborn. Foto: yt
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Feuerwehrhäuser im Gebiet der Stadt Bad Pyrmont müssen im kommenden Jahr mit Abgasabsauganlagen ausgerüstet werden. Die gibt es bislang noch nicht. Dabei gelten die Emissionen der Dieselmotoren als krebserzeugend – und das schon in niedrigen Konzentrationen. Die Stadt muss und will handeln. Das kostet je nach Feuerwehrhaus zwischen 13500 und 34250 Euro. Diese Ansätze finden sich im Entwurf für den Haushaltsplan 2018, den die Kämmerei vor einigen Wochen vorgestellt hatte. Alle Ortswehren waren aufgelistet, nur eine nicht: die Feuerwehr Eichenborn. Die kämpft seit geraumer Zeit ums Überleben.

Ortsbrandmeister Michael Eggert hat diesen Kampf noch nicht aufgegeben. Er dürfte der dienstälteste Ortsbrandmeister Bad Pyrmonts sein. Doch im Januar 2019 wird er 63 Jahre alt und dann ist nach 23 Jahren für ihn Schluss. „Selbst wenn die neue Landesregierung diese Altersgrenze aufheben sollte“, betont er im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch bislang gibt es für ihn keinen Nachfolger. Und das ist nicht das einzige Problem seiner kleinen Wehr. Es fehlen Aktive in dem aktuell 240 Einwohner zählenden Dorf. 10 Freiwillige stehen der Wehr zur Verfügung, nach den Vorgaben der niedersächsischen Feuerwehrverordnung müssten es 18 sein. Versuche, Nachwuchs zu gewinnen, waren bislang nicht erfolgreich. „Die jüngere Generation ist fast vollständig aus Eichenborn abgewandert, um zu studieren oder woanders zu arbeiten“, erklärt er den Grund. Aufgeben will Eggert aber nicht. Mit seinen Kameraden will er über die verbleibenden Möglichkeiten sprechen. „Die Auflösung unserer Feuerwehr will keiner“, betont er. „Aber spätestens in einem Jahr muss klar sein, wo wir stehen.“

Die Fusion mit einer anderen Feuerwehr wäre ein möglicher Weg. So steht es im Feuerwehrbedarfsplan für Bad Pyrmont. Neersen oder Baarsen kämen dafür infrage, sofern deren Mitglieder zustimmen würden. Doch das ist ein riskanter Weg. Bleiben die Aktiven aus Eichenborn bei der Stange? Es droht Verlust. Nach der Auflösung der Feuerwehr Großenberg vor zwei Jahren war nicht ein Mitglied bereit, sich einer anderen Wehr anzuschließen. Das ist Eggert sehr wohl bewusst. Er setzt darum zunächst darauf, doch noch einen jüngeren Nachfolger als Ortsbrandmeister zu finden. „Ich habe da jemanden im Auge, den ich noch überzeugen muss“, gibt er sich verständlicher Weise zugeknöpft. Klar ist, dass der Kandidat zunächst noch die erforderlichen Ausbildungslehrgänge absolvieren müsste. „Einem jüngeren Ortsbrandmeister würde es vielleicht gelingen, jüngere Leute für den Dienst zu interessieren“, so seine Hoffnung. „Hätten wir drei oder vier Leute mehr, dann könnten wir erst einmal weitermachen.“ Immerhin habe es in Eichenborn in diesem Jahr einige Zuzüge gegeben.

Doch auf lange Sicht, das ist auch Eggert klar, wird es eher schwierig sein, genügend Aktive für den freiwilligen Dienst aufbieten zu können. Die Fusion bleibt darum auch für ihn als Option im Gespräch. Doch das müsse nicht die sofortige Aufgabe des Feuerwehrhauses in Eichenborn bedeuten, betont er. „Für eine Übergangszeit sollte der Standort beibehalten bleiben. Das hätte taktische Vorteile, denn im Fall eines Einsatzes würde Zeit verloren gehen, wenn die Kameraden erst nach Neersen oder Baarsen fahren müssten.“ Und noch ein Argument führt er an: Das Haus sei gut in Schuss, Investitionen in nächster Zeit nicht notwendig. Bis auf eine Ausnahme: die Abgasabsauganlage. Allerdings scheint auch die nicht so dringend zu sein, denn das mehr als 20 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug fährt mit Benzin und nicht mit Diesel.



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