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Gödeke: „Das geht an die Substanz“

Brandsicherheitswachen werden für Feuerwehr zur Belastung

BAD PYRMONT. Das Staatsbad sorgt alljährlich für eine Vielzahl von Veranstaltungen. Was das Publikum freut, wird für die Feuerwehr zunehmend zur Belastung. Die stellt in den allermeisten Fällen nämlich den Brandsicherheitswachdienst, und der ist zeit- und personalaufwendig. Zumal die Zahl der Alarmierungen zunimmt.

veröffentlicht am 23.08.2017 um 15:24 Uhr
aktualisiert am 07.12.2017 um 12:50 Uhr

Die Zahl der Alarmierungen hat für die Pyrmonter Feuerwehr zugenommen. Die Brandsicherheitswachdienste sind eine zusätzliche Belastung für die Freiwilligen. Foto: Archvi/jl
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Wir haben 15 bis 20 Veranstaltungen im Monat, und das geht an die Substanz“, warnt Stadtbrandmeister Maik Gödeke, der sich deswegen zunehmend Sorgen um seine Kameraden macht. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Leute nicht verheizen.“

So richtig heftig wird es, wenn das Hotel Steigenberger das Konzerthaus für Veranstaltungen mietet, sehr oft für Gäste der Firma Phoenix. „Diese regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen können schon einmal 12 bis 16 Stunden dauern“, so Gödeke. „Da gibt es sicherlich schönere Sachen, die man machen kann“, stellte er jetzt vor dem Feuerschutzausschuss des Rates unmissverständlich fest. „Diese Brandsicherheitswachen werden in der Regel von Kameraden der Ortsfeuerwehr Bad Pyrmont geleistet, die jetzt auch von der Feuerwehr Holzhausen und in kleinerem Umfang von der Feuerwehr Hagen unterstützt werden“, ergänzte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Zu Organisation der Dienste gebe es mittlerweile eine Online-Plattform, auf der sich die Feuerwehrleute eintragen können, die Zeit haben.

„Aber die Besetzung wird immer schwieriger“, so der Stadtbrandmeister. Zumal die Zahl der Alarmierungen für die insgesamt 278 Aktiven – in diesem Jahr bereits mehr als 120 – zunehme und auch die Ausbildung und Übungen mehr Zeit in Anspruch nähmen. Konsequenzen zieht Gödeke bislang noch nicht. „Aber ich warte eigentlich nur auf eine entsprechende Meldung der Ortsfeuerwehr Bad Pyrmont, um mit dem Staatsbad, mit dem wir sehr gut zusammen arbeiten, Gespräche über das Thema zu führen.“

„Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Leute nicht verheizen. Maik Gödeke, Stadtbrandmeister

Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Leute nicht verheizen.

Maik Gödeke, Stadtbrandmeister

Kurdirektor Maik Fischer und Veranstaltungsleiterin Silke Fischer sind sich der Situation bewusst. „Wir wissen um die besonderen Anstrengungen der Feuerwehrleute und sind sehr dankbar über ihre Hilfe“, so Fischer auf Anfrage. 95 Prozent aller Veranstaltungen decke die Feuerwehr ab, die restlichen 5 Prozent private Dienstleister, die allerdings teuer sind als die Feuerwehr. Denn geschenkt bekommt das Staatsbad den Einsatz der Freiwilligen nicht. „Das wird nach den gültigen Sätzen der Stadt abgerechnet“, bestätigt auch Gödeke. Die Stadt hat nämlich dafür zu sorgen, dass ausbildete Feuerwehrkräfte mit der erforderlichen Ausrüstung eingesetzt werden.

Auf Vorschlag der Feuerwehr versucht das Staatsbad bereits, eigene Mitarbeiter – unter denen auch Feuerleute unter anderem aus Lügde sind – vermehrt bei Brandsicherheitswachen einzusetzen. Außerdem hat das landeseigene Unternehmen in den eigenen Reihen ausgebildete Brandschutzhelfer.

Brandschutzwachen sind nach dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz und der Versammlungsstättenverordnung vorgeschrieben. Eine Wache besteht im Konzerthaus mindestens aus einem Wachhabenden und zwei Wachposten plus zwei Brandschutzhelfern. Ab 501 Gästen müssen zwei weitere Brandschutzhelfer eingesetzt werden. Im Kurtheater reichen zwei Feuerwehrleute.

„Nur wenn der Brandsicherheitswachdienst gewährleistet ist“, kann eine Veranstaltung stattfinden, betont Fischer. „Die Kosten dafür gehen auch an unsere Reserven.“ Das hat bislang nicht dazu geführt, weniger Veranstaltungen zu planen oder ausfallen zu lassen, Aber auch das sei vielleicht irgendwann notwendig, so der Kurdirektor.



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