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Unhöflich oder unmöglich? Kein Temponaut aus der Zukunft kam zu Treffen am 12.12. in Queensland

Zeitreisende lassen Rendezvous platzen

Queensland/Australien (ch). Es kam keiner. Dabei waren sie ausdrücklich eingeladen worden. Und Zeit genug hatten sie – oder werden sie erst haben? Eine Beschwerde an die säumigen Gäste ob der Unhöflichkeit, das Rendezvous versäumt zu haben, ist direkt nicht möglich. Denn sie sind noch gar nicht geboren. Beim ersten großen Treffen der Temponauten – zumindest in unserer Zeit – am 12.12.12 ist kein Zeitreisender aus der Zukunft erschienen.

veröffentlicht am 19.12.2012 um 06:00 Uhr

Wir wüssten schon jetzt, ob sich die roten Haare des Großvaters in der eigenen Familienlinie erhalten werden, ob Steinbrück Merkel besiegt, könnten Goethe die Hand schütteln und endlich klären, was aus dem Bernsteinzimmer geworden ist. Wenn, ja wenn wir durch die Zeit reisen könnten. Um herauszufinden, ob körperliche Zeitreisen irgendwann möglich sind oder als unmöglich ausgeschlossen werden müssen, hatten Diplom-Ingenieur Uwe Aloé, Finanzexperte Bernd Siebler und Physiker Walter Gith für den 12. Dezember dieses Jahres in Queensland in Australien Zeitreisende zum Rendezvous gebeten. Erschienen ist jedoch keiner. „Liebe Erdenbürger, liebe Temponauten, wir haben zu beweisen versucht, ob Zeitreisen möglich sind oder nicht. Das Resultat der zwölfstündigen Aktivierung eines ,Zeitreise-Fensters‘ lässt darauf schließen, dass es auch in Zukunft kein Zeitreiseverfahren geben wird“, mussten die Forscher nach vergeblichem Warten jetzt berichten.

Ihr spezielles Forschungsprojekt „Time Machine 1212“ setzte vor allem auf eines: Die Höflichkeit zukünftiger Zeitreisender, eine Einladung ihrer Vorfahren nicht auszuschlagen. Und so sollte es klappen: Auf der Homepage der Forscher konnten sich Zeitreisen-Begeisterte als sogenannte „Temponauten“ registrieren lassen und bekamen dann eine Lizenz ausgehändigt. Eine Wegbeschreibung für den Zeitreisenden gab es als feuerfest laminiertes Temponauten-Dokument, das über Generationen weitervererbt werden sollte. Dann solle ein Nachkomme der heutigen Temponauten mit dem Dokument im Gepäck zurückreisen. Zurück zu seinem Vorfahr, zurück zum 12. Dezember. Und an begeisterten Temponauten unserer Zeit mangelte es nicht. Rund 400 ließen sich im Laufe des Projekts mit einer Teilnehmerlizenz ausstatten, 101 von ihnen ließen sich exklusiv instruierten.

Sogar für die Finanzierung des Zeitreisevergnügens war gesorgt worden. 90 000 Euro standen zur Verfügung. Nachdem kein Temponaut das Geld für seine Zeitreise in Anspruch genommen hat, wird es nun auf einem Vereinskonto angelegt und alle 25 Jahre zu 20 Prozent an die dann noch verbliebenen Temponauten verteilt. Erstmalig am 12.12.2050.

Doch auch, nachdem es keine „physische Manifestation“ eines Zeitreisenden gab, geben die Forscher die Hoffnung nicht auf: „Zeitreiseverfahren in die Zukunft und/oder virtuelle Reisen in beide Richtungen können wir – auch nach diesem Experiment – nicht ausschließen“, so heißt es auf ihrer Homepage.

Als der Artikel über das Projekt „Time Machine 1212“ am 29. März 2011 erschien, hofften die Initiatoren noch auf einen Besuch von Zeitreisenden am 12.12.2012.Foto: Archiv



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