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9 Monate nach dem Bericht: Jetzt fordern Nabu und Heimatbund ein Kataster

Werden Hecken doch noch geschützt?

Rinteln (jaj). Im Dezember vergangenen Jahres berichtete unsere Zeitung darüber, dass Antje Rinne (WGS) angeregt hatte, das Baumkataster, das derzeit in der Stadt erstellt wird, um ein Heckenkataster zu erweitern. Ihr Antrag wurde jedoch im Ausschuss für Umwelt, Bau und Stadtentwicklung abgelehnt. Jetzt gibt es erneut Bemühungen, den Heckenschutz im Stadtgebiet voranzutreiben. Der Arbeitskreis Kulturlandschaft im Heimatbund der Grafschaft Schaumburg und die Rintelner Nabu-Gruppe haben in einem gemeinsamen Brief an den Stadtrat appelliert, das Baumkataster um eine Baum- und Heckenschutzverordnung zu ergänzen.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 00:00 Uhr

„Bäume und Hecken gehören zu einer intakten und ökologisch wertvollen Kulturlandschaft“, so der Arbeitskreis Kulturlandschaft und der Nabu in dem Schreiben. Halboffene und Heckenlandschaften hätten einen besonderen landschaftsästhetischen Reiz und seien zudem von unschätzbarem Wert für Flora und Fauna. „Wir, der Arbeitskreis Kulturlandschaft im Heimatbund der Grafschaft Schaumburg und der Nabu Rinteln, sehen konkreten Handlungsbedarf“, heißt es weiter. Denn in Rinteln würden – wie auch im übrigen Landkreis – mehr und mehr Bäume und Hecken, beispielsweise durch unsachgemäße Pflege oder illegale Gehölzentfernungen verschwinden.

Für den gezielten Schutz der vorhandenen Hecken und Heckenwege sei eine Baum- und Heckenschutzverordnung für das Rintelner Stadtgebiet wünschenswert. Bäume und Hecken im Außenbereich seien ja ohnehin geschützt, weil bei ihnen die Baum- und Heckenschutzverordnung des Landkreises greift. Im Siedlungsbereich greife dieser Schutz jedoch nicht, „weil eine solche Verordnung hier schlichtweg fehlt“.

Nabu und Heimatbund hegen deshalb die Hoffnung, mit ihrem Schreiben, das an alle Ratsmitglieder gerichtet ist, eine neue Initiative für die Erlassung einer Baum- und Heckenschutzverordnung für das Stadtgebiet anstoßen zu können. Vorbilder im Umkreis gebe es genügend: Die Stadt Hameln habe bereits seit 1987 eine Baumschutzsatzung, um die landschaftsgliedernden und -belebenden Gehölze zu schützen, und auch in Obernkirchen ziele ein aktueller Ratsantrag in diese Richtung.

Auf der nächsten Sitzung des Stadtrates am morgigen Donnerstag ist der „Heckenschutz“ aber noch kein Tagesordnungspunkt. Dazu hätte ein Ratsmitglied das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen müssen, und das ist nicht geschehen. Antje Rinne freut sich aber sehr darüber, dass Nabu und Heimatbund das Thema noch einmal zur Sprache bringen. „Ich finde das super und werde die Initiative mit Sicherheit unterstützen“, sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Und nicht nur sie, die gesamte WGS-Fraktion, die das Thema auch auf ihrer Homepage zur Sprache bringt, stehe hinter diesem Anliegen.

Rinne selber habe bisher noch keine weitere Initiative ergriffen, weil sie abwarten möchte, ob bei diesem Anlauf seitens des Nabu und des Heimatbundes vielleicht eine der größeren Parteien den Wunsch nach einer Heckenschutzverordnung unterstützt.



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