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Viele alteingesessene Friseure zahlen schon längst Mindestlohn oder mehr – Ketten müssen nachziehen

Wer schön sein will, muss drauflegen

Hameln. Haare waschen, schneiden, föhnen – und das alles für unter 30 Euro? Ja! Viele Friseur-Discounter bieten das an – auch in Hameln gibt es einige Läden, die im Billigpreissegment arbeiten. „Bei solchen Preisen ist es doch kein Wunder, dass die Mitarbeiter ausgebeutet werden“, sagt Petra Ritter, Friseurmeisterin und Inhaberin eines Salons in der Hamelner Alten Marktstraße. Viele der in diesen Discountern Beschäftigten müssten für einen Stundenlohn von unter 6,50 Euro arbeiten, empört sie sich. Für die Friseurmeisterin aus Hameln ist das ein Unding. „Aber glücklicherweise hat das ja bald ein Ende.“

veröffentlicht am 25.04.2013 um 06:00 Uhr

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Bereits Anfang der Woche hatten sich nämlich die Landesverbände und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di darauf geeinigt, ab August 2015 einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn für Friseure in Höhe von 8,50 Euro einzuführen. Dieser wird ab August in drei Stufen eingeführt: Der Osten startet mit 6,50 Euro Stundenlohn, der Westen mit 7,50 Euro. Während Petra Ritter und einige andere kleine heimische Betriebe in Hameln, darunter auch Petra Junge – sie betreibt ihren Salon in der Sedanstraße – ihren Mitarbeitern nach eigenen Angaben bereits einen höheren als den angestrebten Mindestlohn zahlen, sind es vor allem die Filialisten, die nun in Sachen Lohnkosten aufstocken müssen – und das werden die Kunden der Friseur-Discounter vermutlich zu spüren bekommen.

„Spätestens ab August wird der Gang zum Friseur teurer – zumindest bei uns Filialisten“, bestätigt Dirk Wiethölter, Personalvorstand der Essanelle Hair Group, dem deutschlandweit größten Unternehmen in der Branche, das auch in der Hamelner Stadt-Galerie einen Salon betreibt. Bisher, so sagt er, haben die Friseure bei der Essanelle-Group für „annähernd 7,50 Euro“ die Stunde gearbeitet, konnten sich allerdings, wenn sie einen bestimmten Sockel überschritten hatten, eine Provision in Höhe von 20 Prozent hinzuverdienen.

Für einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro arbeiten derzeit auch die Friseure des Salons „Cut & Color“ in der Stadt-Galerie. Wie viel sie genau bekommen, will Birgit Herbstsommer aber nicht verraten. Die Filialleiterin des Discount-Friseurs freut sich über die Einführung des Mindestlohns für sie und ihre Mitarbeiter und appelliert an die Kunden: „Es muss ein Umdenken stattfinden.“ Denn eines sei klar: Die Kosten für die steigenden Löhne würden auf die Kunden umgelegt.

Ab August 2015 wird es für Friseure einen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde geben. Viele Friseur-Discounter werden das auf ihre Kunden umlegen.Bilderbox



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