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Genug Kleingeld mitnehmen / Bei einer Störung die Automatennummer notieren

Wenn der Bahnkartenautomat streikt

Landkreis (blc). Schwarzfahren ist strafbar. Aber was macht man eigentlich, wenn man sich am Automaten eine Fahrkarte kaufen wollte, doch der Apparat funktioniert nicht? Der Fahrkartenschalter ist geschlossen oder – wie an kleinen Bahnhöfen durchaus üblich – es gibt gar keinen mehr. Und hier gibt es meist auch nur einen Kartenautomaten, sodass man nicht ausweichen kann. Und jetzt?

veröffentlicht am 04.10.2011 um 00:00 Uhr

Ausreichend Zeit mitbringen: Die Deutsche Bahn verlangt, dass jeder Reisende vor Fahrtantritt im Besitz einer gültigen Fahrkarte ist. Für den Ticketkauf sollte also ausreichend Zeit eingeplant werden. Gibt es an einem Kartenautomaten eine Störung, muss man sich in jedem Fall nach einem weiteren Automaten umsehen, möglicherweise auf einem anderen Bahnsteig. Auf vielen Bahnhöfen gibt es auch ein Reisezentrum.

Karte vorab kaufen: Wer eine Fahrt plant oder nur selten Bahn fährt, sollte die Fahrkarte schon vorab im Reisezentrum oder auch online kaufen. Damit ist man auf der sicheren Seite.

Kleingeld bereithalten: Ist man auf einen Fahrkartenautomaten angewiesen, sollte man ausreichend Kleingeld bereithalten und auch die EC-Karte griffbereit haben.

Bei Störung beachten: Ist ein Kartenautomat gestört und keine der vorgenannten Möglichkeiten gegeben, sollte man sich in jedem Fall die Nummer des Fahrscheinautomaten notieren. Sichtbare Beschädigungen können per Foto, beispielsweise mit einem Handy, festgehalten werden. Gibt es weitere Bahnkunden, die die Störung bestätigen können? Dann tauschen Sie Telefonnummern aus.

Ohne Fahrkarte im Zug: Die Deutsche Bahn empfiehlt, sich sofort an den Schaffner oder Kontrolleur zu wenden, wenn man ohne gültigen Fahrausweis einen Zug bestiegen hat. In manchen Zügen ist es möglich, beim Schaffner nachzulösen. Das ist im Regionalverkehr nicht immer möglich. Manche Unternehmen haben einen Fahrkartenautomaten im Zug, im Regionalverkehr der Deutschen Bahn ist das meist nicht der Fall.

Zusatzgebühr ist in jedem Fall fällig: Ein Kontrolleur im Regionalverkehr wird in jedem Fall eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen, die etwa 40 Euro beträgt. Er wird mit einem Hinweis auf den defekten Kartenautomaten versehen. Hat der Zug einen Schaffner, wird dieser sich die Adresse geben lassen und die Nummer des defekten Automaten. Bei ihm muss man die Strafgebühr nicht sofort zahlen. Die Bahn überprüft die Angaben und behält sich vor, das „erhöhte Beförderungsgeld“ nachträglich einzufordern.

Einspruch einlegen: Innerhalb von 14 Tagen muss der Bahnkunde Einspruch gegen die Forderung oder die Zahlung des zusätzlichen Beförderungsgeldes einlegen. Das geht sowohl mündlich bei einer der Einspruchstellen der Deutschen Bahn, per Internet oder per Post. Dann wird überprüft, ob der Automat tatsächlich defekt gewesen ist.

Schlichtungsstelle einschalten: Gibt es keine Einigung zwischen Bahn und Kunden, kann sich der Geschädigte an die bundesweit zuständige „Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr“ wenden. Häufig wird hier im Wege der Kulanz eine Vermittlung zwischen der Deutschen Bahn und dem Reisenden gefunden.

Kontaktdaten: Fahrpreisnacherhebungsstelle der Deutschen Bahn: (0 18 05) 040 00 279. Schlichtungsstelle: (030) 644 99 33-0, E-Mail: kontakt@sope-online.de, Internet www.soep-online.de.

Der Zug kommt gleich, aber der Bahnkartenautomat streikt. Wer ohne gültige Fahrkarte in einen Zug einsteigt, gilt als Schwarzfahrer und muss sich unbedingt sofort beim Zugpersonal melden. Foto: tol



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