weather-image
15°
×

Umtausch, Reparatur, Geld zurück: Welche Rechte man als Kunde auch bei Preisnachlässen hat

Wenn das Schnäppchen seine Mängel hat …

Der Sommer ist noch gar nicht so richtig in die Strümpfe gekommen, da gibt es selbige schon zu Schnäppchen-Preisen. Und nicht nur die. Angesichts des kalten Wetters werden die Modehändler ihre Sommerware nicht los: Die Preise für luftige Kleidung und coole Schuhe sind längst gepurzelt. Wer jetzt kühl rechnet, kann heiße Schnäppchen machen und muss nicht einmal befürchten, dass er die Katze im Sack kauft und bei Mängeln das Nachsehen hat. Trotz der Preisnachlässe müssen Kunden nämlich kaum Abstriche bei ihren Rechten machen, sollten aber Folgendes beachten:

veröffentlicht am 19.07.2012 um 06:00 Uhr

Autor:

Umtausch: Reduzierte Waren im Schlussverkauf sind meist vom Umtausch ausgeschlossen. Wer einwandfreie Ware umtauschen will, ist daher auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Ist die Ware allerdings mangelhaft, kann dies der Käufer reklamieren. Vorher aber heißt es: Genau hinschauen! Denn wenn die Ware wegen eines Fehlers oder leichter Verschmutzung reduziert worden ist, ist eine nachträgliche Reklamation nicht möglich. Es muss dann schon ein weiterer Mangel vorliegen.

Nachbesserung: Bei einem Fehler hat der Käufer nicht sofort das Recht, darauf zu pochen, dass er sein Geld zurückbekommt. Zunächst darf der Händler nämlich Ersatz oder eine Reparatur anbieten. Erst wenn diese Bemühungen erfolglos sind, kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware zurückgeben.

Reklamationsfrist: Für Händler gilt eine zweijährige Gewährleistungsfrist, in der sie für das Produkt haften. Deshalb sollte man unbedingt den Kassenbon aufheben. Tritt innerhalb des ersten halben Jahres ein Mangel auf, muss der Händler beweisen, dass das Produkt beim Kauf einwandfrei war. Danach ist der Kunde in der Pflicht und muss nachweisen, dass die Ware schon beim Kauf beschädigt war.

Online-Einkauf: Wer per Post, telefonisch oder im Internet bestellt, kann die Ware binnen zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückschicken.

Lockvogelangebote: Ist eine zu Schnäppchenpreisen angepriesene Ware schon nach kürzester Zeit nicht mehr zu haben, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um sogenannte Lockvogelangebote handelt. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht vor, dass Sonderangebote für einen angemessenen Zeitraum vorrätig sein müssen: In der Regel sind das mindestens zwei Tage. Keinesfalls darf das angepriesene Produkt bereits an dem Tag ausverkauft sein, an dem die Werbung erscheint. Verbraucherschützer raten, sich in einem solchen Fall an die Geschäftsleitung zu wenden, um darauf zu drängen, dass die beworbene Ware nachbestellt wird.

Mondpreise: So wird umgangssprachlich eine Preissenkung genannt, die nichts als Augenwischerei ist. Wenn der Händler den Ausgangspreis vorher extra erhöht hat, um ihn dann werbewirksam für den Schlussverkauf zu senken, ist das nicht sauber. Mondpreise sind zwar verboten, aber schwer nachzuweisen. Helfen kann man sich nur mit Preisvergleichen. Danach den Händler darauf hinzuweisen, dass der gleiche Artikel in einem anderen Geschäft sehr viel günstiger zu haben ist, nützt meistens nicht viel. Sinnvoller ist es, den Artikel gleich dort zu kaufen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige