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Familie Könecke verlor alles – und schaut dennoch optimistisch nach vorn

Warten auf ein neues Heim

Hilligsfeld. Gut zehn Wochen ist es her, dass Familie Könecke nahezu alles verlor, was sie besessen hatte, vom Kugelschreiber bis zum Kühlschrank. Nach dem Schrecken zu Jahresbeginn können die Hilligsfelder mittlerweile wieder nach vorne schauen. Sven Könecke fällt es zwar noch schwer zu akzeptieren, dass das Haus, in dem er aufgewachsen ist, dem Erdboden gleichgemacht werden musste, nachdem ein Feuer gewütet hatte und sein Elternhaus niederbrannte. Nicht einmal die Grundmauern waren stehen geblieben. Doch der Familienvater kann dem Schicksalsschlag inzwischen auch positive Seiten abgewinnen: An gleicher Stelle wird ein neues Haus gebaut, und das ist dann eines, an dem nicht ständig etwas zu renovieren sein wird. Heißt: „Dann habe ich mehr Zeit, mit den Kindern etwas zu unternehmen und auch mal in den Zoo zu gehen…“

veröffentlicht am 02.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:14 Uhr

Kerstin Hasewinkel

Autor

Ressortleiterin zur Autorenseite

Das historische Fachwerkhaus der Familie, eines der ältesten Gebäude im Dorf, war Mitte Januar ein Raub der Flammen geworden. Die Polizei schätzte den Schaden auf mindestens 150 000 Euro. Der Familienvater war wegen einer Rauchgasvergiftung zunächst ins Krankenhaus eingeliefert worden. Könecke war in das brennende Haus gelaufen und hatte einen Hamster und ein Kaninchen gerettet. Kurz bevor das Wohnhaus vollständig brannte, hatte er sich mit einem Sprung aus einem Erdgeschossfenster in Sicherheit gebracht.

Noch sind die Abrissbagger damit beschäftigt, die kläglichen Überreste des Fachwerkhauses zu beseitigen. THW, Feuerwehr und Interhelp hatten zuvor bei der Suche in den Trümmern geholfen – um zu retten, was zu retten ist. Noch ist nicht bekannt, was die Versicherung zahlt. Es geht noch um Detailfragen. Sobald die genaue Summe feststeht, soll es losgehen mit dem Bau des neuen Heims. Zurzeit lebt die Familie in Hilligsfeld in einer möblierten Wohnung, nur ein paar Ecken von der Brandstelle entfernt. Die Miete wird von der Versicherung übernommen. Angeschafft wurde nur das, was für den täglichen Bedarf notwendig ist wie Kaffeemaschine oder Toaster. „Die Grundversorgung für die Wartezeit ist sichergestellt“, so Könecke. Die Familie hatte auch eine große Welle der Hilfsbereitschaft erfahren und war von vielen Mitmenschen unterstützt worden.

Dass alles, was die Familie je besessen hat, unwiederbringlich verloren ist, daran wird sie im Alltag oft zwangsläufig erinnert. Dann fällt einem plötzlich auch der eine oder andere Gebrauchsgegenstand wieder ein. „Wir hatten doch…“ Manches ist nicht ersetzbar, kann nicht einfach neu gekauft werden – „doch es bringt ja nichts“, will der Hilligsfelder nicht lamentieren, „im Moment geht es nach vorne“.

Besonders schmerzhaft ist der Verlust ihrer Katzen „Fienchen“ und „Miezi“ für die neunjährige Tochter Jennifer – sie blieben weiterhin spurlos verschwunden. „Tiere kann man eben nicht einfach so ersetzen“, weiß der Vater. Wenn das neue Haus bezogen ist, werden aber auch sicherlich wieder neue tierische Familienmitglieder dazukommen. Wellensittisch „Peppi“ war wie berichtet drei Tage nach dem Feuer aus den Trümmern geborgen worden und hat den Schock offensichtlich unbeschadet überstanden. Der Sittich hatte offenbar tagelang in einem Loch ausgeharrt. Heidi York, Mutter von Nicole Könecke (34), hatte den geretteten Wellensittich sogar umgetauft: „Er kommt aus der Asche und muss deshalb den Namen ,Phönix‘ tragen“, meinte sie.

Mit etwa fünf Monaten Bauzeit rechnet Könecke für das neue Heim: „Ich hoffe, dass wir Weihnachten drin sind.“

Über den verheerenden Brand in Hilligsfeld berichtete die Dewezet am 22. Januar 2014.



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