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Was aus den Plänen der Stadtwerke geworden ist, das Turbinengebäude auf dem Werder abzureißen

Verfallene Häuser oder neues Leben am Fluss?

Hameln (ch). „Die Tage sind gezählt“, hieß es im August 2009 auf die Frage, was aus den schäbigen Gebäuden der Stadtwerke auf dem Steinwerder werden solle. Über 800 gezählte Tage später hat sich dort jedoch nichts verändert.

veröffentlicht am 07.12.2011 um 06:00 Uhr

Auf dem Steinwerder steht das alte Turbinenhaus der Stadtwerke. Seit 1985 steht die Turbine still, und das Gebäude ist sich selbst überlassen. Einige Fenster sind mit Brettern vernagelt, der Putz bröckelt – das Haus lädt nicht mehr zum Betreten ein, sondern ist dem Verfall preisgegeben. Auch ein altes Wohnhaus steht noch an der Inselstraße, es wird ebenfalls nicht mehr genutzt und verkommt immer weiter.

2009 hatten die Stadtwerke zugesagt, den hässlichen Anblick, der sich Besuchern, die über die Münsterbrücke nach Hameln kommen, als erster Eindruck von der Stadt bietet, zu entfernen und die alten Gebäude abzureißen. Viel grüne Fläche, eventuell einige Parkplätze waren als Neugestaltung für das 2300 Quadratmeter große Areal im Gespräch – einen Neubau, der gastronomisch genutzt werden könnte, schloss GWS-Geschäftsführerin Susanne Treptow aus.

Über 800 Tage sind seitdem vergangen, und es werden noch einige hinzukommen. Bis sich dem Betrachter des Steinwerders ein anderes Bild bietet und das Turbinenhaus tatsächlich abgerissen wird, werden noch einige Monate vergehen: „Wir werden erst etwas unternehmen, wenn die Bauarbeiten an der alten Weserbrücke abgeschlossen sind“, erklärte Susanne Treptow. Noch sind die Arbeiten an der Münsterbrücke im vollen Gang, über eine Behelfsbrücke gelangt man zurzeit auf die Inselstraße. Die Planungen sehen ein Ende der Baumaßnahmen Ende 2012 vor. Damit würden die verfallenen Häuser am Eingang zur Altstadt noch mehrere 100 Tage erhalten bleiben.

Vor zwei Jahren schlossen die Stadtwerke eine gastronomische Nutzung des Geländes aus. Nach dem Willen von Steuerberater Fritz-Eckhard Sticher könnte sich das im nächsten Jahr ändern. Er plant, auf dem Werder ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshauses mit einem Investitionsvolumen im „hohen einstelligen Millionenbereich“ mit Gastronomie zu errichten (wir berichteten). Die Turbine der Stadtwerke müsste bei diesem Konzept mit eingebaut werden. Denn nach Aussage Treptows soll voraussichtlich in eine neue Turbine investiert werden. Schon vor zwei Jahren hatte Treptow mit Blick auf den Strom aus Wasserkraft erklärt, den Anteil an regenerativen Energien steigern zu wollen. Dieser Plan solle 2012 weiterverfolgt werden, verkündet Treptow. Mit einer neuen Turbine könnte die Jahresproduktion an Strom aus Wasserkraft von derzeit zwischen 12 und 13 Millionen um 1,5 Millionen Kilowattstunden ausgeweitet werden. Wann die Abrissarbeiten und der damit verbundene Neubau der Turbine beginnen können, wird erst feststehen, wenn die Brücke über die Weser fertig ist. Dann könnte auch entschieden sein, ob dort tatsächlich neues „Leben am Fluss“ entstehen wird. Im Januar werden die Pläne Stichers erstmals öffentlich im Bauausschuss vorgestellt.

Der Artikel über die geplanten Abrissarbeiten auf dem Werder erschien am 14. August 2009. Seitdem hat sich auf dem Gelände nichts geändert.Foto: Archiv



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